Landwirtschaft Schweinestall mit Aussichtsraum in Standorf

Schrozberg / Oliver Färber 23.06.2018

Offen will die Familie Baureis mit ihren Landwirtskollegen umgehen – und besonders mit den Verbrauchern, auf deren Tisch letztendlich das landet, um das sie sich den ganzen Tag kümmert. Im Rahmen der Aktion Gläserne Produktion kamen am Sonntag über 2000 Interessierte auf ihren Landwehrhof nach Standorf. Dort bestaunten sie den modernen Strohmaststall, der dort entstanden ist. Darin halten die Bauern nach der Erweiterung 250 Zuchtsauen, es gibt 1400 Plätze für die Ferkelaufzucht und 1494 Plätze für die Schweinemast.

Von Anfang an wurde bei dem Projekt auf Öffentlichkeitsarbeit gesetzt – und auf aktuelle Technik: So konnte der Baufortschritt stets über eine Webcam im Internet verfolgt werden. Und weil die Landwirte auch künftig gerne einen Einblick in ihre Arbeit gewähren wollen, hat der neue Stall ein ungewöhnliches Extra erhalten: einen erhöhten Besucherraum mit Blick auf die Tiere und Multimediaausstattung für Präsentationen.

So können künftig Interessierte alles über das Gebäude erfahren, ohne den Stall zu betreten. Beim Hoffest dient er allerdings vor allem für die Kinderschmink­aktion – schließlich kann der Stall betreten werden. Und es gibt auch Führungen für Interessierte. Sie erfahren, dass das Einstreuen des Strohs völlig automatisch über einen Roboter geschieht, der an Schienen an der Decke fährt. Achtmal pro Tag ist er unterwegs – meist nachmittags, wenn die Schweine aktiv sind – und verteilt 100 Kilo Stroh. Das kommt aus einem absichtlich groß dimensionierten Lager, das Material für anderthalb Jahre bereit hält, damit auch Zeiten, in denen weniger Stroh anfällt, überbrückt werden können.

Auch beim Futter wird auf aktuelle Technik gesetzt: Über Rohre kommt das Gemisch in den Stall, wird vorher direkt auf dem Hof zusammengestellt. Die Besucher staunen. „Ich habe nicht viel Ahnung von Landwirtschaft. Aber das alles so modern abläuft, hätte ich nicht gedacht“, sagt Gerhard Lautert. Seine Großeltern hatten noch Landwirtschaft. „Aber da gab es drei Kühe, fünf Schweine und Hühner, keine solche Spezialisierung wie heute“, berichtet er. Er findet es gut, dass in Standorf so offen informiert wird.

Damit sei, so Peter Baureis, der Plan für den Aktionstag aufgegangen. „Es waren auch viele Verbraucher da“, berichtet er vom beabsichtigten Ziel. Mit rund 2000 Besuchern habe man vorab schon gerechnet. „Das ist gut aufgegangen, auch mit dem Essen“, meint er. Künftig wolle man weiter auf Öffentlichkeitsarbeit setzen: „Damit die Leute wissen, dass, wenn sie ein bisschen mehr für Fleisch zahlen, die Tiere auch gut behandelt werden.“

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