Schwäbisch Hall Schwarzer Sabbat für 600 Mark

Ozzy Osbourne, Sänger der englischen Hard-Rock-Band Black Sabbath.
Ozzy Osbourne, Sänger der englischen Hard-Rock-Band Black Sabbath. © Foto: Archivfoto
JOCHEN HÖNEß 06.06.2013
Dem Club alpha 60 ist es gelungen, im Rahmen seiner Blues-Serie die bekannte englische Gruppe ,Black Sabbath zu engagieren." So begann am 20. Dezember 1969 eine unscheinbare Meldung im "Haller Tagblatt". Black Sabbath hatten sich die vier Engländer erst vier Monate zuvor getauft.

Dem Club alpha 60 ist es gelungen, im Rahmen seiner Blues-Serie die bekannte englische Gruppe ,Black Sabbath zu engagieren." So begann am 20. Dezember 1969 eine unscheinbare Meldung im "Haller Tagblatt".

Black Sabbath hatten sich die vier Engländer erst vier Monate zuvor getauft. Das Konzert in Schwäbisch Hall war also eines der ersten unter dem Namen, der heute als maßgeblich für die Entstehung des Heavy Metal genannt wird.

1969 ahnten das freilich die Wenigsten. Erst im Jahr darauf sollte das erste, selbstbetitelte Album erscheinen. Und kurz darauf brachten Black Sabbath ihre zweite LP "Paranoid" heraus, die als Meilenstein der Rockmusik und bis heute genreprägend angesehen wird.

Der Club Alpha bewies also seinerzeit ein glückliches Händchen bei der Bandauswahl. Das Konzert fand am 21. Dezember in der Johanniterhalle statt, dort, wo heute Würths "Alte Meister" ausgestellt sind. Ab 20 Uhr gab es, so war in der Zeitung zu lesen, "harten englischen Underground-Rock und -Blues" zu hören. Namentliche Erwähnung findet indes nur ein Bandmitglied: Gitarrist Tony Iommi, der schon "zusammen mit den Jethro Tull in der TV-Show der Rolling Stones" gespielt habe. Ozzy Osbourne, Sänger und schillernder Kopf von Black Sabbath, der in den Folgejahren durch Alkohol- und Drogenexzesse, das Abbeißen von Fledermausköpfen und trashige TV-Shows ("Die Osbournes") von sich reden machte, wurde ebenso unterschlagen wie Bassist Geezer Butler und Schlagzeuger Bill Ward.

Am Freitag erscheint das neue Studioalbum "13" - das erste seit 1995. Bis auf Bill Ward sind die englischen Metal-Pioniere wieder vereint auf Tour. An Wards Stelle trommelt Brad Wilk (Rage Against The Machine). Das einzige Deutschland-Konzert steigt Ende November in Dortmund - fast 44 Jahre nach dem Konzert in Hall, das den Club Alpha damals übrigens eine Gage von 600 Mark gekostet hat, wie der Haller Zeitzeuge und Musikkenner Hans Kumpf zu berichten weiß.