Crailsheim Amokalarm: Schulen werden über System gewarnt

Diese sogenannten Pager müssen Schulleiter immer bei sich tragen.
Diese sogenannten Pager müssen Schulleiter immer bei sich tragen. © Foto: Archiv
Crailsheim / Andreas Harthan 22.03.2018
Eigentlich informiert bei Gefahren­lagen das Kultusministerium über Pager die Schulleiter im Umfeld. In Crailsheim ist das nicht passiert.

Nach dem Amoklauf eines 17-Jährigen an einer Schule in Winnenden (2009) sind alle öffentlichen Schulen im Land mit Alarmierungsgeräten, sogenannten Pagern, ausgestattet worden. Dabei handelt es sich um Funkmeldeempfänger, die die Schulleiter immer bei sich tragen müssen.

Über diese Pager (die Bezeichnung geht auf die Rufe von Pagen in Hotels zurück) kann das Kultusministerium in Stuttgart bei Gefahrenlagen Warnmeldungen an die Schulen absetzen. Beim Amokalarm am Montag an der Gewerblichen Schule in Crailsheim war das nicht der Fall, wie das Ministerium gestern auf HT-Nachfrage bestätigte. Warum es auf die Nutzung der Pager verzichtete, wurde nicht erläutert.

Das Kultusministerium gibt die Warnungen nach Absprache mit dem Lagezentrum der Polizei im Innenministerium raus. Die Empfänger der Nachricht können auf dem kleinen Display ihres Pagers eine Kurzmitteilung mit den wichtigsten Informationen lesen. 

Bei Gefahrenlagen tritt ein Krisenplan in Kraft, den jede Schule haben muss. Verpflichtend ist auch die Bildung eines Krisenteams. Dieses Team unter Leitung des Rektors leitet in Krisenfällen Sofortmaßnahmen ein (etwa das Schließen aller Türen), und koordiniert alle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Gebäude. Immer ein Mitglied eines jeden Teams ist Ansprechpartner für die Polizei. Die Krisenteams sind zu regelmäßigen Übungen angehalten.

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