Zwei Dinge vorneweg: Egal, wie oft man im Zuge der Berichterstattung über den Vorfall in Rot am See, bei dem am 24. Januar sechs Menschen getötet und andere Menschen durch Schüsse verletzt wurden, den Begriff „Täter“ gehört und gelesen haben mag: Nach dem Rechtsverständnis der Bundesrepublik Deutschland gilt der 26-jährige Tatverdächtige so lange als unschuldig, bevor er von einem Gericht wegen der Tat verurteilt wurde.

Zweitens: Der Tatverdächtige sowie die Opfer waren Deutsche, wie Polizeipräsident Reiner Möller in der Pressekonferenz am Freitagnachmittag bekannt gab. Auch in seiner Pressemitteilung wies das Polizeipräsidium Aalen ausdrücklich auf diese Information hin - wohl ahnend, welche Reaktionen die Auslassung dieses Details bei schockierenden Taten mitunter in der Bevölkerung auslösen kann.

Und so war es auch: Schon als es nur erste, einzelne Details zu der Tat gab, verbreiteten sich auf Twitter teilweise wüste Spekulationen. Die Annahme: Der Tatverdächtige beziehungsweise die Opfer seien keine deutschen Staatsangehörigkeiten gewesen - oder hätten Migrationshintergrund.


© Foto: Twitter-Screenshot

Gegenreaktionen auf Twitter ließen nicht lange auf sich warten:


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Dass die Frage nach der Herkunft des Tatverdächtigen schließlich auch von einem Medienvertreter während der Pressekonferenz gestellt wurde, machte manche besonders wütend.

Einen Tag später monierten manche der Kritiker wiederum, dass das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien an dem Vorfall zu schnell abgenommen habe - ihrer Vermutung nach wegen der Herkunft des Tatverdächtigen und der Opfer.

Statt mit anderen Twitter-Nutzern in den Clinch zu gehen, plädierten viele aber auch dafür, jegliche Spekulationen sein zu lassen - und dem traurigen Vorfall mit dem nötigen Respekt zu begegnen, ungeachtet der Hintergründe der Tat.

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