Crailsheim Schülern Angst vor Technik nehmen

Crailsheim / swp 07.12.2018
Mehr als 130 Neuntklässler der Realschule am Karlsberg erleben eine Woche lang bei Groninger die Praxis. Viele kommen das erste Mal überhaupt mit Technik in Berührung.

Reges Treiben herrschte kürzlich eine Woche lang in der Groninger-Firmenzentrale in Crailsheim. Der Grund: Mehr als 130 Schüler der Klassenstufe 9 waren während der Projektwoche der Realschule am Karlsberg (RAK) zu Gast im Unternehmen. Mit Unterstützung der Groninger-Auszubildenden bastelten die Schüler einen LED-Weihnachtsbaum.

„Das macht wirklich Spaß“, findet Michelle Cadeschi. Es ist das erste Mal, dass die Schülerin etwas Derartiges baut. „Ich habe noch nie gelötet, aber ich glaube, es klappt so weit“, sagt sie zufrieden und schaut auf ihren Christbaum, der mehr und mehr Gestalt annimmt und später in bunten Farben leuchten soll. Ihr Betreuer Jakob Backers, der sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Mechatroniker befindet, nickt zustimmend. „Die Schüler schlagen sich gut“, lobt er.

Das sieht auch Manfred Schneider so. Der Ausbilder für Elektronik hat in den vergangenen Jahren einige Schülergruppen begleitet. „Dieses Jahr sind die Schüler bei der Sache und arbeiten engagiert mit“, lautet sein Fazit nach einer Woche. Lachend ergänzt er: „Auch wenn sie mal mehr, mal weniger aufmerksam waren. Das ist normal. In der Summe bin ich zufrieden.“

Diesen Eindruck hat auch Lehrer Joachim Bosch, der die Schüler zwei Tage begleitet. „Für viele – vor allem für viele Mädchen – ist es das erste Mal, dass sie in der Praxis mit Technik in Berührung kommen. Sie kennen oft ausschließlich die Theorie und können sich kein Bild machen, was es heißt, in einem technischen Beruf zu arbeiten. Hier können sie ihr theoretisches Wissen anwenden und herausfinden, ob ihnen ein technischer Beruf gefallen würde.“

Dass die Kooperation zwischen Groninger und der RAK Beispielcharakter hat, wird am 21. November deutlich. Von der Initiative Schule-Wirtschaft ist eine Delegation aus Lehrern, Wirtschaftsvertretern und Elternvertretern zu Gast bei Groninger. Sie möchten sich ein Bild von der Zusammenarbeit machen. „Wir wollen bei der Projektwoche alle Schüler mitnehmen – auch die mit Vorurteilen gegenüber technischen Berufen“, betont Ulrich Kern, Leiter der RAK. Kern weiß um die Bedeutung der Kooperation. „Wir schätzen es sehr, dass wir mit Groninger einen verlässlichen Partner haben. Es ist absolut lobenswert, wie viel Zeit und Engagement seitens der Firma ins Projekt investiert wird.“

„Selbstvertrauen schaffen“

Ehrensache für das Familienunternehmen, wie Geschäftsführer Volker Groninger deutlich macht. „Die Anforderungen unserer Kunden sind hoch. Wir brauchen also sehr gut ausgebildete Leute – jetzt und in Zukunft.“ Man wolle zeigen, dass Technik kein Hexenwerk sei. Man wolle Ängste abbauen und Selbstvertrauen schaffen. „Für uns und für die Realschule am Karlsberg ist die Kooperation eine absolute Win- win-Situation.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel