Crailsheim Schülerinnen nähen Mäppchen für Kinder in Jordanien

Das Team Sternenreiter, Startnummer 37 bei der Rallye, hat auch Federmäppchen an Bord, die diese Schülerinnen der Eugen-Grimminger-Schule genäht haben. Mit auf dem Bild (von links) Torsten Holenstein, Simone Eslikizi, Hanne Herrmann (rechts), und Lehrerin Hanna Lohnsiedler (Vierte von rechts).
Das Team Sternenreiter, Startnummer 37 bei der Rallye, hat auch Federmäppchen an Bord, die diese Schülerinnen der Eugen-Grimminger-Schule genäht haben. Mit auf dem Bild (von links) Torsten Holenstein, Simone Eslikizi, Hanne Herrmann (rechts), und Lehrerin Hanna Lohnsiedler (Vierte von rechts). © Foto: Ute Schäfer
Crailsheim / UTE SCHÄFER 08.05.2015
Ja, gibt's denn so was? Nähen für eine Autorallye? Jawohl! Wenn am Wochenende die Allgäu-Orient-Rallye startet, dann fahren auch selbst genähte Schlampermäppchen aus der Eugen-Grimminger-Schule mit.

"Im Unterricht versuche ich immer wieder, soziale Projekte anzuregen", sagt Lehrerin Hanna Lohnsiedler. Und so kamen die Berufsfachschüler zur Allgäu-Orient-Rallye. Denn auch die hat einen sozialen Hintergrund: Bei allem Proviant, Wasserkanister und Bettzeug müssen die Teilnehmer, das ist eine der Startbedingungen, auf ihrem Weg vom Allgäu nach Jordanien immer auch soziale Projekte begleiten. Und so lädt das Team "Sternenreiter" jetzt unter anderem Federmäppchen in seine Autos, die die Schülerinnen genäht haben, die die Volksbank Hohenlohe gefüllt hat und die auf der Reise einer Schule übergeben werden.

Schülerinnen haben wochenlang genäht wie die Weltmeister

Neun Schülerinnen der zweijährigen Berufsfachschule - Profil Hauswirtschaft - haben wochenlang genäht wie die Weltmeister. "Es ging richtig zu wie am Fließband", sagt Lehrerin Lohnsiedler. "Es war ziemlich anstrengend und für die Schülerinnen eine gute Erfahrung. Denn ihre T-Shirts in Bangladesch werden ja auch so genäht."

Die Mäppchen sind hübsch geworden, bunt und fröhlich. Melis Köse, die Türkisch spricht, hat einen Gruß für die neuen Besitzer mitgegeben - und ihn bei der Mäppchenübergabe gleich aufgesagt. Allerdings: Welche Schule in den Genuss der Mäppchen kommt, ist noch ungewiss. "Aber wir sagen Bescheid, wenn wir zurückkommen", sagt Rallyefahrer Torsten Holenstein. Einen neuen Besitzer wird auch das rote Bobbycar finden, das Holenstein auf den Dachträger des alten Mercedes montiert hat.

Alt ist der Mercedes übrigens wirklich - auch das ist eine der Regeln der Rallye: Die Autos müssen mindestens 20 Jahre alt sein und hinterher in Jordanien bleiben. Sie gehen an eine Hilfsorganisation. Dies alles erklärte Rallyefahrerin Hanne Herrmann den Schülern, die den Plänen staunend lauschten, und auch Lehrerin Lohnsiedler und Rektorin Anne Technau waren begeistert: "Man kann jeden nur dazu ermutigen, einmal in seinem Leben etwas Abenteuerliches zu machen", sagten sie beide.

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