Schnelldorf Schnelldorfer Energiekonzept vorgestellt

Zusammen mit den Energieexperten David Eißner und Pia Regner hat Bürgermeisterin Christine Freier (rechts) jetzt ein Energiekonzept für die Gemeinde Schnelldorf vorgestellt. Die Bürger sollen für das Thema sensibilisiert werden.
Zusammen mit den Energieexperten David Eißner und Pia Regner hat Bürgermeisterin Christine Freier (rechts) jetzt ein Energiekonzept für die Gemeinde Schnelldorf vorgestellt. Die Bürger sollen für das Thema sensibilisiert werden. © Foto: Heinz Meyer
Schnelldorf / HEINZ MEYER 03.11.2014
Auch Schnelldorf will sich energetisch auf den neuesten Stand bringen. Deshalb gab man ein Energiekonzept für die mittelfränkische Kommune in Auftrag. Jetzt ist es im Gemeinderat vorgestellt worden.

"Nehmen wir gemeinsam die Herausforderung an!" - diesen Appell richtete Bürgermeisterin Christine Freier bei der Präsentation des Konzepts an die Gemeinderäte. Auch die Öffentlichkeit, so die Rathauschefin, solle für die Energie-Thematik sensibilisiert werden. Dafür wird ein Schnelldorfer Energiesparberaterteam installiert. Der Wärmeverbrauch müsse reduziert werden. Auch Stromerzeugung, Stromspeicherung und Elektromobilität seien künftig wichtige Themen in der Gemeinde.

Zwischen Oktober 2013 und Juli 2014 ist das Energiekonzept mit großem Aufwand ausgearbeitet worden. Pia Regner und David Eißner vom beauftragten Planungsbüro präsentierten die Ergebnisse. Vorgabe sei es unter anderem gewesen, mit konkreten Maßnahmen zum Gelingen der angestrebten Energiewende beizutragen. Dazu wurde ein umfangreiches Wärmebedarfskataster für die Kommune mit ihren rund 3550 Einwohnern auf einer Fläche von 51,5 Quadratkilometern erstellt. Aus der Bestandsanalyse ergebe sich demnach, so Eißner, im Jahr 2012 ein Endenergieverbrauch von 56,7 Gigawattstunden (Gwh) für die Gemeinde. Dieser Bedarf sei zu 33 Prozent aus Strom, zu 29 Prozent aus regenerativen Energien, zu 21 Prozent aus Heizöl und zu 17 Prozent aus Erdgas gedeckt worden. Dabei wurde für die Kommune eine jährliche CO2-Emission von 17,4 Tonnen berechnet.

Im Bereich der erneuerbaren Energien erzeugten derzeit 410 Anlagen 37,2 Gwh Strom. Weil davon aber nur 18,6 Gwh auch tatsächlich verbraucht würden, sei die Gemeinde Schnelldorf schon jetzt ein wichtiger Stromproduzent für die Region und verfüge über gute Voraussetzungen für eine Energiespeicherung. Eine aus den Erhebungen entwickelte Potenzialanalyse sieht mögliche Kosteneinsparungen alleine für ein eventuelles Nahwärmenetz für den Ortsteil Steinbach an der Holzecke in Höhe von rund einer halben Million Euro. Auch das evangelische Gemeindehaus in Schnelldorf wurde in die Untersuchungen miteinbezogen.

Durch zahlreiche Maßnahmen und den Aufbau eines kommunalen Energiemanagements sollte nach dem Willen der Planer ein übergeordnetes Energieziel für Schnelldorf formuliert werden. Dieses könnte eine Endenergieeinsparung von 25 Prozent, eine Reduktion der CO2-Emission um 35 Prozent sowie einen Ausbau des Anteils an genutzten erneuerbaren Energien von bis zu 75 Prozent bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu den Zahlen für 2012 zum Inhalt haben - wobei der Schwerpunkt nicht auf das Jahr 2020, sondern überhaupt auf das Erreichen der Ziele gelegt werden sollte, wie Gemeinderat Karl Ludwig anfügte.

In die Finanzierung des Projektes ist das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) eingebunden. Dessen Vertreterin Eva Gerdenitsch stellte eine Förderungsquote von bis zu 75 Prozent in Aussicht. Mit einer auf dem Konzept beruhenden regionalen Wertschöpfung von etwa 3500 Euro pro Jahr und Haushalt könnten, so Gerdenitsch, künftig jährlich rund 3,5 Millionen Euro an Kaufkraft in der Kommune gehalten werden. Daneben würden auch eine autarke Energieversorgung sowie eine damit verbundene Profilschärfung Nutzen bringen.

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