Schrozberg Schnäppchenjäger stürmen zum Brunnenfest

Schrozberg / Oliver Färber 14.08.2018
Bartenstein wird am Sonntag zum Mekka von Sammlern und Schnäppchenjägern. Der große Floh- und Trödelmarkt verwandelt die Schloßstraße in eine Flaniermeile.

Hans Lechner könnte als Flohmarktprofi bezeichnet werden – obwohl er eigentlich beruflich Steuerberater ist. Schon früh am Morgen ist er am Sonntag nach Bartenstein zum Floh- und Trödelmarkt gekommen. „Die besten Schnäppchen macht man ganz am Anfang, wenn noch nicht klar ist, wie viele Interessenten für die besonderen Stücke kommen oder am Ende, wenn die Anbieter die Sachen nicht mehr nach Hause mitnehmen wollen“, lautet seine Erfahrung. Angereist ist er aus dem Landkreis Heilbronn mit einem Lieferwagen.

„Es gibt ja auch manchmal größere Stücke wie Schränke“, erklärt Lechner. Und Bartenstein sei oft eine Goldgrube – schon alleine, weil der Floh- und Trödelmarkt beim Brunnenfest mit einer der größten in der Region sei. Seit zehn Jahren grast Lechner Veranstaltungen dieser Art ab, kauft günstige Teile, manche behält der leidenschaftliche Sammler, manche verkauft er einfach – am liebsten gewinnbringend – übers Internet oder auf anderen Märkten weiter. „Manche päppel’ ich dafür auch noch etwas auf“, verrät er einen Trick.

Sein Blick ist geschult. Im Stechschritt läuft er, die Augen nach rechts und links schweifend, die rund 1000 Meter der Schlossstraße von der Bartensteiner Straße bis zum Schloss ab, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dort dreht er um und läuft den ersten Besuchern entgegen, die die Stände abklappern. „Jetzt geht’s an die Verhandlungsphase“, erklärt der 59-Jährige.

Er sucht vor allem Möbel, andere Einrichtungsutensilien, auch den einen oder anderen Schmuck oder eine Uhr. „Früher hatte ich auch meine Frau dabei. Aber die hat zu viel Zeit für Klamotten verschwendet. Da gab’s irgendwann immer Streit“, sagt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Sie teile aber seine Leidenschaft für solche Märkte. „Meist besucht sie die jetzt mit einer Freundin, die sich auch eher für Kleidung interessiert. Das passt einfach besser“, meint Lechner.

Eine antik wirkende Wanduhr würde er gerne erstehen. „Die ist sicher aus den 1920er-Jahren“, sagt der Sammler. Doch die Verkäuferin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist eine harte Verhandlungspartnerin. Nach fünf Minuten Hin und Her reicht er ihr 45 Euro und sie dem Schnäppchenjäger die Uhr. „Es ist eine der seltenen, die mehr wert ist“, meint Lechner zufrieden.

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