Geschwindigkeitsbegrenzungen in Satteldorf sind ein Politikum. Immer wieder gibt es Verkehrsschauen. Denn immer wieder beklagen sich Anwohner der Bronnholzheimer Straße über den Verkehr. Er sei zu laut, zu schnell, zu lästig. Zwar stehen regelmäßig Warnschilder, Blitzer oder Messgeräte am Straßenrand, doch die Überquerung sei gefährlich, sagen die Anwohner, besonders wenn Lastwagen die Straße hi­nunterbrettern.

Ein weiterer solcher Aufreger ist die Satteldorfer Hauptstraße, bei der die Autos 50 Stundenkilometer fahren dürfen, die Laster aber nur 30. Für beide Straßenabschnitte hatte der Gemeinderat in Satteldorf im vergangenen Jahr eine generelle Tempo-30-Zone beantragt.

Entfernung ist entscheidend

Nun ist die Antwort da, teilte Bürgermeister Kurt Wackler in der jüngsten Sitzung des Satteldorfer Gemeinderats mit. Danach habe das Landratsamt eine reguläre 30er-Zone auf der Satteldorfer Hauptstraße genehmigt. Der Grund sind die angrenzende Schule und die Schulkinder, die an der Straße ihren Schulweg haben und dort auch in den Bus steigen.

Weil aber die Schule der Grund der Geschwindigkeitsbeschränkung ist, könne diese nicht gleich oben am Kreisel beginnen. Denn für die Ausweisung einer solchen 30er-Zone sei die Entfernung zur Schule entscheidend. Doch immerhin: Die Schilder zur Zone werden in den nächsten Tagen montiert.

Bitte um Begründung

Anders sei das bei der Bronnholzheimer Straße, die als Kreisstraße einen Bogen um und durch Satteldorf macht. Denn hier gibt es keine Schule, und dass die Bewohner des Alexandrinenstiftes dort unterwegs sind, war für die Verkehrsbehörde kein Argument, berichtete Wackler. „Das Alexandrinenstift ist nicht auf die Hauptstraße ausgerichtet.“

Crailsheim

Mit dieser Entscheidung habe die Verwaltung gerechnet, denn immerhin hätten die Anwohner des Lietenäckerrings, die am meisten über die Straße klagen, an eine bestehende Kreisstraße gebaut. Diese sei sogar in den Kaufverträgen erwähnt. „Da muss man Einschränkungen hinnehmen.“ Abgesehen davon sei das Verkehrsaufkommen dort weit von dem entfernt, was einen Lärmschutz rechtfertige.
Bürgermeister Wackler habe allerdings das Landratsamt um eine ausführliche Begründung der Entscheidungen gebeten, „damit wir uns mit der Argumentation beschäftigen können.“ Bei der nächsten Verkehrsschau im Juli „werden wir dann noch mal mit den Damen und Herren diskutieren“.