Themen in diesem Artikel

Crailsheim
Crailsheim / Harald Zigan  Uhr
Zwei Männer plündern in Satteldorf die Container an einer Baustelle, bei Passau werden die Täter erwischt. Das Amtsgericht in Crailsheim verhängt Haftstrafen.

Beamte der bayerischen Grenzschutzpolizei hatten den richtigen Riecher, als sie am 21. Januar 2019 auf der Raststätte „Donautal“ an der Autobahn 3 bei Passau kurz vor der österreichischen Grenze ein Auto genauer unter die Lupe nahmen: Der Opel Vectra war mit Baumaschinen und Werkzeug aller Art voll beladen – von der Rüttelplatte über Bohrmaschinen bis hin zu Spanngurten.

Auf allen Teilen prangte das Signet einer Firma aus Satteldorf. Die beiden Männer im Auto redeten sich damit heraus, dass die Ladung auf Geheiß eines „Chefs“ von Holland nach Rumänien transportiert werden solle. Ein Anruf bei der Firma erhärtete allerdings den Verdacht, dass es sich um Diebesgut im Gesamtwert von 14.000 Euro handelt, das tags zuvor auf einer Baustelle in Satteldorf aus zwei Containern spurlos verschwunden war.

Die Männer im Alter von 28 und 38 Jahren sitzen seither in Untersuchungshaft und mussten sich jetzt vor dem Schöffengericht des Crailsheimer Amtsgerichtes unter dem Vorsitz von Richterin Uta Herrmann nicht nur für ihren Raubzug in Satteldorf verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Ulm hat Anklage gegen den Göppinger Linke-Politiker Christian Stähle erhoben. Die Verhandlung soll am 25. Oktober stattfinden.

Staatsanwalt Carsten Horn legte dem älteren Angeklagten nämlich noch zusätzlich den Einbruch in die Maschinenhalle eines Bauernhofes bei Schrozberg zur Last, bei dem Ende Oktober 2018 neben Werkzeugen auch Reifen im Gesamtwert von rund 1400 Euro gestohlen wurden. Aus zwei Traktoren saugte der Täter zudem 100 Liter Diesel ab – und lieferte mit seiner Spucke am Schlauch gleich noch eine passende DNA-Spur für die Ermittler.

Angeklagte haben ein langes Vorstrafenregister

Das Vorstrafenregister der Angeklagten, die in der gleichen Stadt in Rumänien wohnen, ist ellenlang: Schon in ihrem Heimatland haben sie sich offenbar mit zahllosen Diebstählen über Wasser gehalten und saßen deshalb schon im Gefängnis.

Auch in Deutschland waren die Männer mehrfach mit langen Fingern in Sachen Lebensmittel und Textilien vom Schinken bis zur Badehose unterwegs, die Taten wurden hierzulande bis jetzt mit Geldstrafen geahndet.

Auf Anregung der beiden Verteidiger Anna Göbel und Jochen Briese nutzte das Gericht das Instrument der sogenannten „Verständigung“ in einem Strafverfahren, womit zur Abkürzung von langwierigen Prozessen ein bestimmter Strafrahmen vorab festgelegt werden kann.

Zwingend erforderlich ist hierfür allerdings ein Geständnis, das die beiden Männer dann auch ablegten. Nur die Sache mit dem ominösen „Chef“ als „drittem Mann“ stimme nicht. Richterin Uta Herrmann ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Angeklagten nicht mit einer Bewährungsstrafe rechnen können.

Eine 55-Jährige wird zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, weil sie Geld und Schmuck gestohlen hat.

Staatsanwalt Carsten Horn rückte in seinem Plädoyer vom ursprünglichen Vorwurf des schweren Bandendiebstahls ab, der sich nur schwer beweisen lasse. Die Taten stufte der Vertreter der Anklage nunmehr als besonders schweren Fall des Diebstahls ein und forderte für den 28-Jährigen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten und für seinen 38 Jahre alten Kumpanen zwei Jahre und drei Monate. Auf ein Jahr und sechs Monate plädierte Rechtsanwalt Jochen Briese im Fall des jüngeren Angeklagten, seine Kollegin Anna Göbel hielt für ihren 38-jährigen Mandanten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten für ausreichend.

Tatort war kein Zufall

Das Schöffengericht verurteilte den 28 Jahre alten Angeklagten letztlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, sein 38 Jahre alter Mittäter muss für ein Jahr und zehn Monate ins Gefängnis. Damit blieb das Gericht im unteren Bereich des vereinbarten Strafrahmens.

Auch Richterin Uta Herrmann hielt einen Bandendiebstahl nicht für belegbar. Das professionelle Vorgehen der beiden Männer, die den Tatort in Satteldorf offenbar gut ausgekundschaftet und auch Überwachungskameras außer Betrieb gesetzt hatten, rücke die Taten allerdings auf eine höhere Stufe.

Das könnte dich auch interessieren:

Weil er in Geislingen eingebrochen haben soll, sitzt ein 21-Jähriger nun in Untersuchungshaft. Das teilen Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Das ist eine Info-Überschrift

Das ist ein Info-Text