Verkehr Sanierung der Nordwestumfahrung: Sechs Wochen Dauerstau?

Crailsheim / MATHIAS BARTELS 03.08.2015
Steht Crailsheim sechs Wochen lang Dauerstau ins Haus? Fast sieht es so aus. Am Montag hat die Sanierung der Nordwestumgehung und der L 1041 begonnen. Zum Auftakt gab es eine Blechlawine durch die City.

Die Organisatoren hatten vorgesorgt: Am Fallteich, am Abzweig von der B 290 zur Nordwestumgehung, hatten sie eigens eine Sicherheitskraft postiert. Und die bekam am Montag durchaus einiges zu tun. „Ein paar Chaoten wollten unbedingt abbiegen“, erklärte die junge Dame. Ab Dienstag dürften die Unverbesserlichen schlechte Karten haben, denn wo am Montag noch Bauarbeiten vorbereitet wurden, da ist ab Dienstag eine Wirtgen-Asphalt-Großfräse im Einsatz. Dann dürfte die Fahrt durch die Sanierungsstrecke wohl nicht mehr völlig unbeschadet für ein Fahrzeug möglich sein.

Baustelle wird vorbereitet

„Wenn Sie Fotos machen wollen, kommen Sie besser am Dienstag vorbei“, gab sich Bauleiter Christoph Mack überzeugt. Zum Auftakt würde „doch nur die Baustelle vorbereitet“, ließ der 28-jährige Ingenieur den HT-Mann wissen. Doch allein diese Vorbereitungsarbeiten erwiesen sich als nicht völlig „ohne“. So demontierte eine Laupheimer Spezialfirma die Schutzplanken und schraubte zugleich die Leitpfosten ab. Ein Spezialbagger schälte das Bankett, während Mack und seine Kollegen die rund drei Kilometer lange Umgehung abermals vermaßen und sicherten.

Am Dienstag startet dann die 2,20 Meter breite Spezialfräse der Firma SSO aus Ellwangen ihr Werk. Mit acht Spezialsätteln wird der Abraum der oberen, sechs Zentimeter dicken Fahrbahnschicht abtransportiert. Circa 4500 Quadratmeter haben die Straßenbau-Spezialisten der ausführenden Firma Leonhard Weiss als besondere Schadstellen ausgemacht. Hier muss auch der Untergrund gründlich erneuert werden. Weitere zwölf Zentimeter gehen die Arbeiter dazu in die Tiefe. Zudem wird die abgefräste Fahrbahn genauestens in Augenschein genommen und darauf geprüft, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Rund 800.000 Euro kostet die Sanierung der in die Jahre gekommenen Nordwestumfahrung. Weitere 200.000 schlagen für die zeitgleich beginnenden Reparaturen an der Landesstraße 1041 zwischen Umgehungsstraße und Tiefenbach zu Buche. Abgerechnet wird nach Aufmaß.

Viehtransporter müssen keinen Umweg fahren

Viel wichtiger als das Ausmaß der Arbeiten ist für den Ingenieur und seine Mannschaft der Fertigstellungstermin: Das ist in Crailsheim als unabänderliche Vorgabe natürlich stets das Volksfest. „Wenn wir bis dahin nicht fertig sind, verrupfen uns die Crailsheimer“, weiß Mack und lächelt. Bis dahin müssen die Verkehrsteilnehmer indes ein gerüttelt Maß an gutem Willen mitbringen, denn schon am ersten Tag staute sich die Blechlawine auf dem Weg durch die Stadt. Geduld und von vornherein etwas mehr Zeit auf dem Weg durch die Stadt wird Autofahrern also schon abverlangt. Die einzigen Ausnahmen bei der Durchfahrt wurde Viehtransportern zugestanden. Die Tiere sollten nicht auch noch durch den Umweg durch die Stadt in Mitleidenschaft gezogen werden.