Auktion Sammlung aus Schloss Langenburg in Londoner Auktionshaus versteigert

London/Langenburg / ANNA BERGER 06.12.2014
Mehr als 100 Waffen aus dem Besitz des Langenburger Fürstengeschlechts sind in einem Londoner Auktionshaus unter den Hammer gekommen. Der Erlös fließt zum Teil in die Sanierung der Schlossbrücke.

Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg hat seine Waffenkammer geleert. In einem Auktionshaus im noblen Londoner Stadtteil Kensington wurden am Mittwoch mehr als 100 Waffen aus dem Besitz des Adelsgeschlechts versteigert, darunter ein rund 400 Jahre alter, aufwendig verzierter Jagdkarabiner aus Ebenholz, der vor der Versteigerung als Favorit gehandelt wurde.

Nach Angaben des Auktionators Thomas Del Mar wurde für dieses Gewehr ein Höchstgebot von 33 600 Pfund abgegeben, das sind umgerechnet rund 42.600 Euro. Noch mehr erzielten zwei böhmische, in Silber gefasste Pistolen. Stolze 37.200 Pfund (rund 47.200 Euro) war einer der Bieter bereit, für die Schusswaffen zu zahlen. Das Mindestgebot hatte mit 18.000 Pfund (gut 22.800 Euro) etwa bei der Hälfte gelegen.

Möbel sollen Besucher anziehen

Angesprochen auf den Grund für den Verkauf seines Waffenarsenals, erwidert Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg: "Schloss Langenburg ist ein Besucherschloss, und Waffen sind heutzutage kein Touristenmagnet mehr." Statt sein Schloss mit Waffen und Rüstungen zu schmücken, möchte er es lieber mit neuen Möbeln dekorieren, die jenen nachempfunden sind, die bei dem Schlossbrand im Januar 1963 zerstört wurden. "Die Möbel, die damals verbrannt sind, waren natürlich einzigartig und können so nicht ersetzt werden", betont Fürst Philipp. Dennoch ist er überzeugt, dass ein hübsch möbliertes Schloss mehr Besucher anlockt als eine alte Waffensammlung. Außerdem soll durch den Verkauf der Waffen die Sanierung der Schlossbrücke geschultert werden, die in diesem Jahr für rund 250.000 Euro ausgebessert werden musste.

Ob es ihm denn so gar nicht schwer gefallen sei, sich von den teils jahrhundertealten Waffen zu trennen? "So was zu verkaufen tut immer weh", sagt Fürst Philipp. "Doch es war eine bewusste, zukunftsorientierte Entscheidung. Deshalb weine ich dem jetzt auch nicht hinterher."

Vor der Auktion hatte Thomas Del Mar gezielt mit den verwandtschaftlichen Banden des Hohenloher Adelsgeschlechts zum englischen Königshaus für die Versteigerung geworben. Nicht überraschend also, dass das Langenburger Waffenarsenal Sammler aus der ganzen Welt in das Londoner Auktionshaus lockte.

Seinen Anfang nahm die Verbindung der beiden Adelsgeschlechter übrigens im Jahr 1828 mit der Hochzeit von Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg mit Prinzessin Anna Feodora zu Leiningen, der Halbschwester der späteren Queen Victoria.

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