Mit Max Oscheits "Biwakstreichen" eröffneten die zehn Musiker um Jörg und Eckart Baier mit Verve die unterhaltsamen zwei Stunden. Einen Ohrenschmeichler ließen sie mit Herbert Küsters "Ein Stückchen Wien" folgen: sanfte, teils sphärische Klänge umhüllt von einem weichen Ensembleton.

Schöne Klarinetten- und Altsaxofonschlenker bestimmten die Polka "Die lustigen Straßenmusikanten" von Curt Mahr. Hannes Baier breitete den Walzer aus Dmitri Schostakowitschs zweiter Jazz-Suite auf dem Saxofon wunderbar empfunden weit aus, während Eckart Baier als Stehgeiger sein Violinsolo zu Beginn von Harry Theis' "Piroska" voller Schmelz gestaltete.

Feurig virtuos ging es in dieser "Zigeuner-Fantasie" weiter, wobei sich die Musiker die Zeit nahmen, Momente wundervoller Klangeffekte wie beim Zusammenspiel von Klavier und Akkordeon mit gezupften Streicherstimmen feinsinnig auszuloten. Zwei "Melodiereisen um die Welt" von Oskar Reisinger folgten. Vor allem das zweite Potpourri gelang besonders gut im Zusammenspiel.

Dem Publikum wurde dabei die Möglichkeit zum Mitsummen oder inneren Mitsingen geboten: "La Paloma", schön gesanglich von Felix Kautter auf dem Akkordeon gespielt, ein besonders innig intoniertes "Santa Lucia", Émile Waldteufels "Espa·a"-Walzeranklänge, ein hingebungsvoll wiedergegebenes "Oh Danny Boy" oder auch "Wenn die Balalaika sehnsuchtsvoll singt" sowie der pfiffig schnelle Marsch "Berliner Luft" von Paul Lincke. Von jenem Berliner Original erklang dazwischen die mit Witz gespielte "Siamesische Wachtparade". Lincke hatte sie, darauf wies Eckart Baier hin, "Seiner Majestät Tschulalongkorn König von Siam" gewidmet.

Noch mehr bekannte Lieder bot dann Jörg Baier als Sänger. Beim erst dritten Auftritt des Cellisten und Ensemblegründers als Sänger wusste er schön mit weicher Stimme Theo Mackebens "Du hast Glück bei den Frau'n, Bel Ami" umschmeichelnd zum Klingen zu bringen, während ihn die Salonkapelle einfühlsam begleitete. Mit Elan ließ er "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" vom selben Komponisten folgen, was die Konzertbesucher mit heftigem Applaus und Begeisterungspfiffen quittierten.

Swingend ging es weiter. Zu Ralph Maria Siegels "Die Männer sind schon der Liebe wert" steuerten Bernhard Huber auf dem Tenor- und Hannes Baier auf dem Altsaxofon kurze, groovende Chorusse bei. Und zu Heinz Gietz' "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" fehlte eigentlich nur noch eine kleine Scatgesangseinlage. Damit hatten die "Sternenglänzer" ihr Publikum endgültig für sich gewonnen, sodass es unter drei Zugaben nicht ging. Auf Walter Donaldsons Charleston-Klassiker "Yes Sir, That's My Baby" und einem am Ende ausgesprochen schwungvollen "Bonanza"-Ausritt gab's dann den Neujahrsklassiker: Johann Strauß' (Vater) Radetzky-Marsch zum Mitklatschen.