Bundesweites Entsetzen hat eine Bluttat ausgelöst, die sich am 24. Januar in der Bahnhofstraße von Rot am See abgespielt hat: Sechs Menschen aus einer Familie starben durch die Schüsse aus einer großkalibrigen Pistole. Der mutmaßliche Täter sitzt seither in Untersuchungshaft und steht ab dem 29. Juni vor dem Landgericht in Ellwangen. Für den Strafprozess sind mehrere Verhandlungstage anberaumt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem zum Tatzeitpunkt 26 Jahre alten Adrian S. Mord in sechs Fällen und versuchten Mord in zwei Fällen vor. Opfer waren der Vater (65), die Mutter (56), ein Onkel (69) und eine Tante (62) sowie eine Halbschwester (36) und ein Halbbruder (36).

Tödliche Schüsse in Rot am See Schützenverein Beimbach gibt Stellungnahme ab

Rot am See

Motiv des Tatverdächtigen ist nach wie vor nicht öffentlich bekannt

Schüsse aus der Pistole des Kalibers neun Millimeter, die der Angeklagte als Sportschütze zwei Tage zuvor mit einer Waffenbesitzkarte legal in Würzburg gekauft hatte, trafen auch einen Großvater (68) und eine Großmutter (64). Beide überlebten mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen. Zwei Neffen im Alter von 12 und 14 Jahren soll der Angeklagte verschont und vom Tatort weggeschickt haben.

Zum Motiv des Angeklagten hielten sich die Ermittler bislang bedeckt. Wie ein Sprecher des Landgerichts auf HT-Anfrage sagte, liege ihm die Anklageschrift noch nicht vor, deshalb könne er zum Motiv keine Auskunft geben.