Crailsheim Rot für den Herrn und Rose für die Dame

Werner Dittes besucht die Senioren.
Werner Dittes besucht die Senioren. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 19.06.2018
Wer über 80 ist, bekommt auf dem Sauerbrunnen Besuch vom Seniorenbeauftragten der Siedlergemeinschaft. Werner Dittes ist der dritte Inhaber dieses Amtes.

Auf der Liste von Werner Dittes stehen 33 Namen. Alle 33 besucht der 74-Jährige einmal im Jahr, denn er ist der Seniorenbeauftragte der Siedlergemeinschaft auf dem Sauerbrunnen. Zu seinen Aufgaben, die er seit fünf Jahren wahrnimmt, gehört der alljährliche Geburtstagsbesuch aller Senioren im Stadtteil, die 80 Jahre alt oder älter sind. Wenn er am Jubeltag klingelt, dann hat er immer eine Flasche Wein, für die Herren in Rot und für die Damen in Rosé, dabei und natürlich Zeit für ein Schwätzchen – und vielleicht ein gemeinsames Anstoßen. „Man kennt sich untereinander“, sagt er und erzählt beim Spaziergang durch seinen Stadtteil, in dem er seit 1951 wohnt, wie sich die Gemeinschaft dort entwickelt hat.

„Der Stadtteil war schon immer multikulti“, sagt er schmunzelnd und zeigt im Jubiläumsheft der Siedlergemeinschaft zum 35. Bestehen eine Statistik aus dem Jahre 1986, die dem Stadtteil 82 Prozent heimatvertriebene Bewohner bescheinigt. Die sind über die Jahre so zusammengewachsen, dass Dittes scherzt: „Die Neuankömmlinge mussten sich früher zusammenfinden und wer jetzt dazukommt, ist der ‚Reingschmeckte’ und muss das auch tun.“

Zum Kontakthalten und -finden gehören deshalb regelmäßige Veranstaltungen im Haus der Siedlergemeinschaft wie Seniorennachmittage, Weihnachtsmarkt und Maibaumaufstellen, um nur einige zu nennen. Den Senioren geht es gut auf dem Sauerbrunnen, bestätigt Werner Dittes. Was er allerdings bedauert, ist, dass der Stadtteil sein Zentrum, wo es Einkaufsmöglichkeiten und eine Kneipe als Treffpunkt gab, nicht mehr hat.

Auch zu Senioren, die mittlerweile auswärts leben, gibt es Kontakt. Damit keiner vergessen wird, macht Dittes zusätzlich zur Auflistung der Geburtstagskinder am Computer und im Kalender noch das, was auf dem Sauerbrunnen so gut funktioniert wie in jedem Dorf: Er hört sich in der Nachbarschaft um.

Gefragt, ob die Senioren auf dem Sauerbrunnen tatsächlich wunschlos glücklich sind, überlegt er kurz und sagt dann: „Die Fußwege hinter und zwischen den Häusern sind in einem katastrophalen Zustand, vor allem für die, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Da müsste dringend was getan werden.“

Gemeinsam zu Mittag essen

Der Mittagstisch auf dem Kreuzberg wartet immer dienstags, 12 Uhr, im Gemeindehaus auf dem Kreuzberg auf Gäste (Anmeldung bis spätestens Montag unter Telefon 07951/9619910). Und wer nicht gerne alleine kommt, kann gerne jemanden mitbringen. Weitere Informationen: www.diakonie-schwaebisch-hall.de. uts

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