Stödtlen Rindfleisch von höchster Qualität

Thomas Spang aus Stödtlen züchtet Wagyu-Rinder mit großem Erfolg. In Japan heißen die Tiere Kobe-Rinder. Das Fleisch gilt als wahre Delikatesse und kostet nicht nur dort ein halbes Vermögen.
Thomas Spang aus Stödtlen züchtet Wagyu-Rinder mit großem Erfolg. In Japan heißen die Tiere Kobe-Rinder. Das Fleisch gilt als wahre Delikatesse und kostet nicht nur dort ein halbes Vermögen. © Foto: Achim Klemm
Stödtlen / Achim Klemm 17.07.2018
Wagyu-Züchter Thomas Spang aus Stödtlen hält eine ganz besondere Rinderrasse. Für Wagyu-Fleisch zahlen Gourmets enorm hohe Preise. Am wichtigsten ist ihm Reinrassigkeit.

Thomas Spang aus Stödtlen ist Rinderzüchter aus Leidenschaft. Er züchtet nicht irgendwelche Rinder, er hält sogenannte Wagyu-­Rinder, die sich durch exzellente Fleischqualität für maximalen Genuss auszeichnen. Das hat allerdings auch seinen Preis.

Mitglieder des Wagyu-Verbands Deutschland waren jetzt zu Gast beim Stödtlener Rinderzüchter und machten sich ein Bild von Betrieb und Zuchterfolgen. Seit 2005 beschäftigt sich Spang intensiv mit dem Thema Wagyu und züchtet die Tiere auf seinem Hof. In Baden-Württemberg war er damals sogar der erste Wagyu- Züchter überhaupt. In Deutschland hat er derzeit eine der ­größten reinrassigen Wagyu-Herden.

Auf die Reinrassigkeit legt der Züchter den größten Wert: „Wir kreuzen bei uns bewusst nicht mit anderen Rinderrassen ein, das ist unser Anspruch an die Zucht“, sagt Spang. Insgesamt hält Thomas Spang rund 50 Tiere, Muttertiere, Jungtiere und Bullen be­ziehungsweise Ochsen. Eine artgerechte Tierhaltung ist bei den Spangs selbstverständlich. Die Ernährung besteht vorrangig aus hofeigenen Futtermitteln. Die Wagyus haben jederzeit freien Zugang zu Stall und Weide. Die Tiere sind etwas kleiner als deutsche Rinder und im Gegensatz zu Fleckvieh komplett schwarz.

„Das Besondere am Wagyu-Fleisch ist die Fleischmarmorierung. Unter allen Rinderrassen haben Wagyus die höchste Fettmarmorierung des Muskelfleisches“, erklärt Spang. Durch eine spezielle Fütterungsmethode und sogar Massage, die die Tiere erfahren, soll sich ein zusätzlicher positiver Effekt auf die Marmorierung einstellen. So wird zum Beispiel Bierhefe dem Futter zusätzlich beigegeben. Die Ellwanger Rotochsenbrauerei unterstützt Spang hierbei. Auch lässt man das Fleisch nach der Schlachtung mehrere Wochen reifen.

All dies zusammen macht am Ende das Fleisch mit zum teuersten auf der Welt. Für ein Filet vom deutschen Wagyu zahlen Feinschmecker 300 Euro und mehr pro Kilogramm. Japanisches Kobe-Wagyu kann leicht doppelt so viel kosten. „Zu unseren Tieren halten wir einen sehr engen persönlichen Kontakt, deshalb sind sie schon von klein auf sehr zutraulich“, erklärt der Tierhalter. Davon konnten sich die rund 50 auf Spangs Hof anwesenden Mitglieder des Wagyu-Verbands Deutschland denn auch überzeugen. Die Rinder hatten keine Scheu und zeigten sich als recht zutraulich, egal ob im Stall, in den Liegehallen oder auf der Weide. Die Tiere suchten sogar teilweise den Kontakt.

Die Wagyus kommen ursprünglich aus Japan. Die Rinder wurden für den Reisanbau und zu militärischen Zwecken eingesetzt. Der Geschmack des Fleisches ist gehaltreich, besonders saftig, nährstoffreich und gesund. Thomas Spang verkauft männliche und weibliche Zuchttiere. Das Fleisch wird viel direkt vermarktet.

Bis vor 150 Jahren nur Arbeitstiere

Das Wagyu-Rind gilt als das teuerste Hausrind der Welt. Eine Besonderheit dieser Rasse ist, dass sie in ihrer langen Geschichte kaum Kreuzungen unterzogen wurde. Die Tiere wurden über Jahrhunderte hinweg, bis vor 150 Jahren etwa, ausschließlich als Arbeitstiere auf den Reisfeldern und im Bergbau eingesetzt.

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