Küche Region hat in Restaurant-Rangliste noch mal zugelegt

Früh übt sich nicht nur, was ein Meisterkoch werden will, sondern auch das Dasein als Gourmet will geformt sein! Wer schon in jungen Jahren an gutes Essen herangeführt wird, genießt später umso mehr.
Früh übt sich nicht nur, was ein Meisterkoch werden will, sondern auch das Dasein als Gourmet will geformt sein! Wer schon in jungen Jahren an gutes Essen herangeführt wird, genießt später umso mehr. © Foto: Archivfoto
Crailsheim/Region / MATHIAS BARTELS 12.02.2013
Tourismus-Experten haben es verinnerlicht und werben erfolgreich damit: Wir leben in einer Genießer-Region. Wer hier richtig fein essen gehen will, hat die Qual der Wahl. Das belegt die Restaurant-Rangliste.

Der Informatiker Gustav Volkenborn (1941-2006) gilt als "Erfinder" der Restaurant-Rangliste, des wohl objektivsten Führers durch die Gourmet-Welt. Die bahnbrechende Idee hinter seiner Datenbank: Selbst wenn Gault Millau, Michelin, Schlemmer Atlas, Varta-Führer und all die anderen Guides durch die Welt der Sterneküche irren oder lügen mögen, sie alle zusammen müssten doch ein wahrhaftes Bild der Spitzengastronomie abgeben. Im Zeitalter des aufkommenden Internets fügte Volkenborn alle Resultate dieser Führer in seiner Restaurant-Rangliste zusammen. Nach seinem plötzlichen Tod setzt Hannes Buchner Volkenborns Werk fort. Und sorgt so für einen verlässlichen Kompass durch die Welt der Sterne.

Seit Jahren findet sich die heimische Region darin gebührend gewürdigt und braucht sich 2012 - dieser Jahrgang ist jetzt "am Start" - erneut nicht zu verstecken. Spitzenreiter einer ganzen Armada von Top-Küchenmeistern ist wie im Vorjahr der bescheiden auftretende, aber immer wieder innovative Josef Bauer. Er ist der Patron des "besten deutschen Landgasthofs", liegt in der deutschen Rangliste auf Platz 41 und hat nicht nur seinen Michelin-Stern locker verteidigt, sondern noch mal an Punkten zugelegt. Sein "Adler" in Rosenberg gilt sogar unter Kollegen als anerkannt exquisite Adresse. Besonderheit: Sein viergängiges Gourmet-Menü ist mit 85 Euro das erste im deutschen Ranking überhaupt, das nicht dreistellig daherkommt.

Okay: Rosenberg liegt im Ostalbkreis. Doch wir haben wie in den Vorjahren den Kreis der Gastro-Sterne bewusst ein wenig weiter gezogen. Denn wer auf Qualität an einer festlich eingedeckten Tafel Wert legt, nimmt schon mal ein paar Kilometer Anfahrt mehr in Kauf. So viel noch: Die aktuell dokumentierten Restaurants sind jeden Umweg wert.

Auch die anderen Küchenkünstler der Region haben Überragendes für Gaumen, Bauch und Auge zu bieten. Vom Service ganz zu schweigen, der natürlich ebenfalls weit über dem Schnitt liegen sollte. Auf Platz zwei unserer Wertung liegt wie im Vorjahr Boris Benecke vom Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen. Doch schon dahinter wird es verwirrend, denn Hubert Retzbach, der 2012 noch gelistet ist, kocht als Dritter im Bunde aktuell nicht mehr im Mergentheimer Hotel Victoria, das künftig eher auf eine "junge, pfiffige Küche" mit neuem Küchenchef setzen will. Der Michelin-Stern wurde freiwillig abgegeben.

Dahinter aber alte Bekannte: Josef Wolf mit seiner "Eisenbahn" in Hall-Hessental, Jürgen Koch im Weikersheimer "Laurentius" und Olaf Pruckner im "Alten Amtshaus" zu Ailringen. Verbessert haben sich Hans-Harald Reber in Hall-Weckrieden, Manfred Lebert im gleichnamigen Landhaus in Windelsbach bei Rothenburg und Dominique Champroux in Heilbronn im "Rebstock-Provence". Den größten Sprung bewältigte Serkan Güzelcoban vom "Anne-Sophie" in Künzelsau, der gleich 125 Ränge gut machte.

Im erweiterten Kreis tauchen neu der "Löwen" in Braunsbach und die "Sonne" in Schwäbisch Hall auf, während der seit Jahren als einer der besten deutschen vegetarischen Köche geltende Jürgen Andruschkewitsch aus Vellberg-Eschenau jetzt endlich auch bei Michelin und Co. Anerkennung gefunden zu haben scheint.

Info www.restaurant-ranglisten.de