Reden wir über Sex

Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) sind erotisch ein wenig aus der Übung. Verleihfoto
Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) sind erotisch ein wenig aus der Übung. Verleihfoto
BRITTA SCHULTEJANS, DPA 27.09.2012

Filme über den zweiten Frühling sind inzwischen auch in Hollywood keine Seltenheit mehr. In "Wie beim ersten Mal" aber sind es keine Wildfremden, die sich ineinander verlieben, sondern ein Ehepaar, das schon lange verheiratet ist.

Kay und Arnold sind sogar seit mehr als 30 Jahren verheiratet. Wie das eben so ist, hat sich eine feste Routine eingeschlichen - Überraschungen und Leidenschaft Fehlanzeige. Zum Hochzeitstag schenken sie sich "gemeinsam" ein Pay-TV-Abo. Denn schließlich sind 31 Jahre ja nichts wirklich Besonderes. Und seitdem Arnold ein Rückenleiden hat, schlafen die zwei sogar in getrennten Zimmern.

Arnold (Tommy Lee Jones) scheint das zu gefallen. Jeden Morgen macht Kay (Meryl Streep) ihm das Frühstück, in seinem Steuerberater-Büro regt er sich über seine Kunden auf, und abends weckt ihn seine Frau, wenn er wieder bei seiner Golfsendung eingeschlafen ist. Für ihn gibt es keinen Grund, etwas an diesem bequemen Nebeneinander ändern zu wollen.

Doch da hat er seine Rechnung ohne Kay gemacht. Denn die kann das so nicht hinnehmen. Frei nach dem Motto "Das kann es doch noch nicht gewesen sein" will sie, dass es wieder wird, wie es früher einmal gewesen sein soll. "Ich will wieder eine richtige Ehe."

Hinter seinem Rücken meldet sie sich und ihren Mann für die teure Paartherapie von Dr. Bernard Feld (Steve Carell) an. Und so findet sich der grummelnde Arnold auf dem Sofa des Therapeuten wieder. Er wird dort tatsächlich gezwungen, über seine Gefühle zu reden und - noch schlimmer - über Sex. Den letzten gab es für die beiden vor mehreren Jahren.

Dr. Feld führt nicht nur Gespräche, sondern gibt auch kleine Aufgaben, um alte Muster aufzubrechen und die schlafende Libido zu wecken. Arnold versucht, körperliche Nähe wieder zuzulassen, verrät, dass er die Nachbarin gerne mal zu einem Dreier einladen würde, und Kay kauft "Sex-Tipps für Frauen von einem schwulen Mann".

Wie die beiden versuchen, die Leidenschaft wieder aufflammen zu lassen, ist lustig, rührend und zauberhaft - wenn auch etwas vorhersehbar. Dabei ist das Zusammenspiel zwischen Jones und der wie immer herausragenden Streep natürlich ein Selbstläufer.

Es ist nun schon fast 20 Jahre her, dass Meryl Streep ein kleines Tabu brach und in "Die Brücken am Fluss" mit Clint Eastwood ein Liebespaar spielte, das alles war - nur eben keine 20 mehr. Seitdem hat es viele dieser Filme über den zweiten Frühling gegeben,

Streep selbst spielte in "Wenn Liebe so einfach wäre" eine Frau, die eine Affäre mit ihrem Ex-Mann beginnt und sich - fast gleichzeitig - neu in einen anderen Mann verliebt. Der neue Film von Regisseur David Frankel, der mit Streep bereits in "Der Teufel trägt Prada" zusammen gearbeitet hat, fügt dieser Reihe nun eine interessante und unterhaltsame Variante hinzu.

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