Leutershausen Rathaus-Chefin im Visier der Justiz

Die Bürgermeisterin von Leutershausen, Sandra Bonnemeier, in ihrem Dienstzimmer. Die Staatsanwaltschaft Ansbach ermittelt gegen sie wegen des Verdachts der Untreue.
Die Bürgermeisterin von Leutershausen, Sandra Bonnemeier, in ihrem Dienstzimmer. Die Staatsanwaltschaft Ansbach ermittelt gegen sie wegen des Verdachts der Untreue. © Foto: Wolfgang Grebenhof
Leutershausen / Sebastian Haberl 24.07.2018
Verdacht der Untreue: Die Staatsanwaltschaft in Ansbach ermittelt nach einer Anzeige gegen die Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier aus Leutershausen.

Die Staatsanwaltschaft in Ansbach ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen die Bürgermeisterin von Leutershausen (Landkreis Ansbach). Die Ermittlungen gegen Sandra Bonnemeier bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Schrotberger, der Fränkischen Landeszeitung (FLZ) auf Anfrage. Wie Schrotberger sagte, ermittle man aufgrund einer Anzeige. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

Ein Sachverhalt, mit dem man sich bei der Staatsanwaltschaft beschäftige, sei die Stele, die einige Zeit vor dem Rathaus der 5600-Einwohner-Stadt stand.

Sandra Bonnemeier ist seit November 2016 in Leutershausen im Amt. Mit knapp 74 Prozent gewählt, genoss sie anfangs großen Rückhalt in der Altmühlstadt. Davon ist inzwischen nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil. Im 20-köpfigen Stadtrat hat die 52-Jährige nur noch wenige Unterstützer. Im März wandten sich Stadträte von drei der vier Fraktionen mit einem Fragenkatalog an die Rechtsaufsicht. Das Landratsamt Ansbach verfasste dazu vor Kurzem eine 34-seitige Stellungnahme. Die Stimmung im Rathaus wird schon einmal mit „minus 80 Grad“ beschrieben.

Die Stele, ein Bildschirm mit allerlei Informationen, stand im Januar plötzlich vor dem Rathaus. Wie sich herausstellte, hatte die Bürgermeisterin den Aufbau ohne Genehmigung der zuständigen Behörden veranlasst. Auch der Stadtrat war damit nicht befasst. Die Kosten für die Stele sollen insgesamt bei mehr als 60.000 Euro liegen. Allein ein IT-Berater aus Satteldorf hat nach FLZ-Recherchen dafür rund 300 Stunden abgerechnet. Er kassierte etwa 40.000 Euro brutto.

Der Stellvertreter von Bonnemeier, Manfred Schmaus, begrüßte die Ermittlungen:   „Ich hoffe, dass die Angelegenheit endlich geklärt wird“, sagte der zweite Bürgermeister und Stadtrat.

Sandra Bonnemeier ist derzeit im Urlaub. Eine E-Mail und ein Handyanruf mit der Bitte um eine Stellungnahme blieben bislang unbeantwortet. Das Strafgesetzbuch sieht für Untreue eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

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