Untergröningen Räume der Phantasie

Neun Künstler zeigen im 14. Kunst- und Kultursommer im Untergröninger Schloss ihre Arbeiten unter dem Thema "Zimmer mit Aussicht - Poetik des Raums". Das Foto zeigt eine Arbeit von Susa Reinhardt. Foto: privat
Neun Künstler zeigen im 14. Kunst- und Kultursommer im Untergröninger Schloss ihre Arbeiten unter dem Thema "Zimmer mit Aussicht - Poetik des Raums". Das Foto zeigt eine Arbeit von Susa Reinhardt. Foto: privat
IRMTRAUD KOCH 28.05.2014
Der Kunstverein KISS (Kunst im Schloss) eröffnet am morgigen Donnerstag den 14. Kunst- und Kultursommer im Untergröninger Schloss mit der Ausstellung "Zimmer mit Aussicht - Poetik des Raumes".

Dieser Ausstellungstitel "Zimmer mit Aussicht - Poetik des Raumes" greift zurück auf den Roman "Room with a view" von E. M. Forster (1879-1970) und das Essay "La poétique de l`espace" des französischen Philosophen Gaston Bachelard (1879-1967), die sich beide mit Räumen der Imagination und Phantasie auseinandersetzen. Neun Künstler und sechs Künstlerinnen aus der näheren und weiteren Region - geboren zwischen 1956 und 1970 - sind gefragt: Manuel Eitner, Joachim Fleischer, Sara F. Levin, Ulrike Heydenreich, Bernhard Kahrmann, Matthias Kunisch, Marcus Neufanger, Markus Merkle, Martin Pfeifle, Susa Reinhardt, Margarete Rebmann, Oskar Schmidt, Anna Schuster, Julien Viala und Andrea Zug. Eine Sonderstellung nehmen die Skulpturen des naiven Künstlers Erich Bödeker (1904-1971) ein, Leihgaben des Museums Schloss Bönnigheim aus der Sammlung Charlotte Zander. "Poetik des Raumes" sei das eigentliche Hauptthema, der Hinweis auf Forster - mehr noch auf den Film nach dessen Buch - sei Beigabe, erklärte der Kurator Christian Gögger auf einer Pressekonferenz, bei der auch der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Nussbaumer, der Abtsgmünder Bürgermeister Armin Kiemel und Thomas Ringhofer vom Abtsgmünder Kultur- und Presseamt, gleichzeitig Geschäftsführer des KISS, anwesend waren. KISS habe inzwischen die Räume des Schlossmuseums übernommen und werde sie als eigene Ausstellung ohne Thema - mit Petersburger Hängung - einrichten. Im Prinzip seien alle Kunstwerke bis auf die von Bödeker käuflich. Wieder sei ein Büchertisch vorhanden.

Ein Rückblick Göggers auf die Wintersaison: Die von ihm mit kuratierte permanente "Kunst-Stoff-Tüten"-Exposition wurde, kombiniert mit Aktionen von Künstlern, zur "größten und erfolgreichsten Winterausstellung aller Zeiten". Sehr zufrieden war man über die Zusammenarbeit zwischen Abtsgmünd und KISS. Kiemel erwähnte die gut besuchte Doppelausstellung "Malerisches Leben in Abtsgmünd" über Friedrich von Keller und Alexander Eckener in der Zehntscheuer Abtsgmünd und dem Untergröninger Schloss. Die Dynamik rundum das Schloss habe zugenommen. Es werde von immer mehr Seiten für Veranstaltungen genutzt, stellte der Bürgermeister erfreut fest.

Ein unwürdiger Zustand sei, klagte Nussbaumer, dass man trotz wachsenden Erfolgs beim Land ständig um Zuschüsse kämpfen müsse. Jährlich habe KISS Nebenkosten von 19 000 Euro, die nicht durch Mitgliedsbeiträge (4000 Euro) und einen Zuschuss von Abtsgmünd (5000 Euro) gedeckt würden. Ohne private Gönner und den Verkauf von Kunstwerken könne KISS einpacken. Nach der Pressekonferenz führte Gögger durch die Ausstellung, die allerdings noch einer Werkstatt glich. Trotzdem gab es schon einiges Sehenswertes und Amüsantes zu entdecken, zum Beispiel der "Blick in die Sternenwelt" der Sara F. Levin oder in das "All" von Andrea Zug, dazu bizarre Collagen von Manuel Eitner, drehende Bambuswände von Markus Merkle oder die Mini-Energiezentrale von Margarete Rebmann, der früheren Kuratorin, welche nun zum ersten Mal selbst bei KISS ausstellt. Sehr empfehlenswert ist diese Ausstellung, das ist keine Frage.

Info Die Vernissage findet an Himmelfahrt, Donnerstag, 29. Mai, ab 15 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis einschließlich 5. Oktober geöffnet samstags von 14 bis 18 Uhr und an Sonn- und Festtagen von 11 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.