Kino Projekt des Evangelischen Bauernwerks: Kino im Kuhstall

Sulzbach-Laufen / ANITA URBAN 14.09.2012
Wie ein alter Kuhstall zum Kino wird? Ganz einfach! Davon konnten sich kürzlich viele Besucher im Rahmen eines kurzweiligen Filmprojekts im Sulzbach-Laufener Teilort Aichenrain überzeugen.

Vor Kurzem wurde der alte Kuhstall von Adolf Bauer im Aichenrain bei Sulzbach-Laufen zum Lichtspielhaus. Der Einladung des Bezirksarbeitskreises Gaildorf des Evangelischen Bauernwerkes in Hohebuch zu diesem kostenfreien Kinoerlebnis mit Atmosphäre waren an die 100 Besucher gefolgt.

Selbst die fast 99-jährige Sofie Hofmann aus Geifertshofen wollte sich diesen etwas anderen Filmabend nicht entgehen lassen. Zu ihrer großen Freude war der "Kinosaal" just der Ort ihrer ehemaligen Heimat, an dem sie aufgewachsen ist und wo sie im elterlichen Kuhstall und auf dem Hof geholfen hat.

Angezogen von Filmen rund ums Landleben, waren die Besucher hauptsächlich aus der landwirtschaftlich geprägten und älteren Generation aus sämtlichen Gehöften und Weilern rund um den Kohlwald, Schloss Schmiedelfeld, Hohenberg, Grauhöfle, Haslach und Ochsenhalde gekommen. Bezirksbauernpfarrer Achim Ehring aus Frickenhofen konnte unter den teilweise weiter entfernt beheimateten und nun angereisten Zuschauern auch den Prälaturreferenten aus Hohebuch, Dipl.-Ing. agr. Matthias Häfner, begrüßen, der die Arbeit des Bezirksarbeitskreises Gaildorf unterstützt.

Im Stil eines dokumentarischen Heimatfilms gedreht, startete das Kino im Kuhstall mit "Wir bleiben! Bauerngeschichten aus den Bergen". Im Film wird eine bäuerliche Großfamilie aus dem österreichischen Gasteiner Tal durch die Jahreszeiten begleitet und gezeigt, wie diese ihren Weg zwischen modernem Alpentourismus und bäuerlichen Traditionen sucht. Verdeutlicht wird die Bedeutung der einheimischen Bergbauern und einer intakten Generationenkette für eine nachhaltige Entwicklung des in seinem ökologischen Gleichgewicht bedrohten Gebirges.

Weiter im Kinoprogramm ging es mit dem Filmdrama "Emmas Glück". Schweinezüchterin Emma regiert mit zärtlicher Hand über ihr Reich aus Schweinen und Hühnern, in das aus heiterem Himmel der Autoverkäufer Max (gespielt von Schauspieler Jürgen Vogel) einbricht. Die beiden Außenseiter kommen sich allmählich näher, doch viel Zeit bleibt ihnen nicht: Max ist todkrank. Im gemeinsamen Einverständnis erlöst Emma schließlich Max von seinen Qualen - und das genauso wie bei ihren Schweinen, denen sie auch einen schnellen und schmerzlosen Tod verspricht.

Das etwas schockierende Ende dieses Filmes war auch eines der Hauptgesprächsthemen beim anschließenden gemütlichen Beisammensein an diesem lauen Spätsommerabend. Wohlmundend dazu die leckeren Hörnchen, die Irmtraud Hees aus Frickenhofen frisch gebacken anlieferte und die von den beiden Vertrauensfrauen des Evangelischen Bauernwerkes, Steffi Schober aus Seelach und Karin Stadelmaier aus dem Kohlwald, serviert wurden.