Krankenhausdirektor Walter Hees und Pflegedirektor Franz Xaver Pretzel verschafften kürzlich Staatssekretär Christian Lange einen Überblick über die aktuelle Situation des Pflegepersonals am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd vor dem Hintergrund schwieriger politischer Entwicklungen. Hees stellt trotz sinkender Verweildauer für das Personal eine "hohe Arbeitsverdichtung" fest. Die stationären Behandlungen nehmen laut Statistik zu, während 2014 die pflegerische Personalentwicklung dem nicht nachkommen konnte.

"Eine positive Entwicklung des examinierten Pflegepersonals ist von den Arbeitsbedingungen, zu geringen Gehältern, fehlender Akademisierungsperspektive und hoher Arbeitsbelastung wie beispielsweise Schichtdienst und Überstunden beeinträchtigt", brachte Pflegedirektor Franz Xaver Pretzel die vielschichtige Problematik auf den Punkt. Trotz Übernahme aller interessierten Auszubildenden der hauseigenen Krankenpflegeschule und Werbung um Pflegekräfte auch im Ausland sei es sehr schwierig, den Personalbedarf in der Pflege zu befriedigen. Immer öfter müsse auf die Beschäftigung von Altenpflegefachkräften, Hilfskräften oder auch Arbeitnehmern von Arbeitszeitfirmen zurückgegriffen werden.

Im Zuge des neuen Krankenhausstrukturgesetzes entwickle der Bund ein über drei Jahre angelegtes "Pflegestellenförderprogramm", das insgesamt etwa 7000 Planstellen für die rund 2000 deutschen Krankenhäuser fördere. "Heruntergebrochen auf das Stauferklinikum entstehen daraus lediglich eineinhalb Planstellen für die Pflege", gab Franz Xaver Pretzel zu bedenken. Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi fehlten im Stauferklinikum mindestens 61 Vollzeitstellen in der Pflege.

"Es muss dringend etwas getan werden, um den Beruf der Krankenschwester oder des Krankenpflegers für junge Leute attraktiv zu machen", erklärte Krankenhausdirektor Hees. Lösungsansätze sieht Pflegedirektor Pretzel etwa in einer noch nicht vorhandenen "Mindestbesetzungsverordnung", in einer einheitlichen europäischen Pflege-ausbildung sowie im Aufbau einer Akademisierungsperspektive, um den Beruf für junge Menschen wieder zukunftsfähig zu gestalten.