Das Projekt Autokino auf dem Volksfestplatz ist erfolgreich abgeschlossen und schon arbeitet Kinobesitzer Tilman Wagner am nächsten Projekt. Es trägt den Titel „Jagstflimmern“ und sieht die Einrichtung eines Open-Air-Kinos in der Paradeisallee, also in der Grünfläche gegenüber dem Cinecity, vor. Das Vorhaben steht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 9. Juli. Die Verwaltung schlägt den Stadträten vor, dem Unternehmer die für das Projekt erforderliche Fläche zu verpachten.

Rot am See / Ellwangen

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Grimmer betont Wagner, dass das Open-Air-Kino kein Provisorium sein, sondern den Ansprüchen an Qualität genügen soll, die er auch an seine Kinosäle stellt. Der Unternehmer ist bereit, eine sechsstellige Summe zu investieren, die unter anderem die Errichtung eines Pavillons in der Grünanlage vorsieht. Das Gebäude soll einerseits die Kinotechnik aufnehmen, andererseits auch als Kiosk dienen.
Das Fassungsvermögen beziffert Wagner mit rund 200 Besuchern. Damit keinerlei Lärmbelästigungen für Anlieger entstehen, will der Unternehmer hochwertige Technik einsetzen. Es gibt keine Beschallung wie im Kinosaal, sondern der Ton kommt über Handys und Ohrstöpsel zu den Besuchern oder über Kopfhörer, die vor Ort bereitgestellt werden.
Die Kinosäle werden, wie gestern auf Facebook angekündigt, am 22. Juni wieder geöffnet:

Zudem soll die Fläche, so die Idee von Wagner, multifunktional sein. Nicht nur Open-Air-Kino soll im Sommerhalbjahr möglich sein, sondern auch andere kulturelle Veranstaltungen im Bereich der Kleinkunst, der Musik und der Literatur. Und auch im Winter kann sich der potenzielle Investor Nutzungen vorstellen, etwa in Form einer Eislaufbahn. Wagner wörtlich: „Eine Menge mehr Ideen sind vorhanden.“
Er hebt in seinem Schreiben hervor, dass nicht in die Baumsubstanz in der Allee eingegriffen werden soll. Wagner unterstreicht, dass er bereit ist, in enger Abstimmung mit dem Rathaus und anderen Behörden bauliche Maßnahmen so gering wie möglich zu halten. Für ihn bedeutet das Projekt „Jagstflimmern“ einen Vorgriff auf das, was auch Ziel einer Landesgartenschau ist: die Integrierung der Jagstaue ins städtische Leben. Das sei sicherlich auch ganz im Sinne des Mannes, nach dem die Allee benannt ist: Alois Paradeis. Der ehemalige Forstmeister (1837-1919) war auch Vorsitzender des Verschönerungsvereins in der Stadt. Für die außerordentlichen Verdienste, die er sich in dieser Funktion erworben hat, wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

Crailsheim

Paradeis habe sich schon im 19. Jahrhundert für die Ausweisung von Grünflächen in Crailsheim starkgemacht. Wagner ist sich sicher, dass Paradeis die Nutzung einer solchen Fläche durch die Bürgerschaft gutgeheißen hätte. Für den Kinobetreiber steht fest, dass das Projekt „Jagstflimmern“ mit seinen vielfältigen Nutzungsvarianten einen Mehrwert für Crailsheim darstellt.

Die Gemeinderatssitzung findet am 9. Juli um 18 Uhr in der Ingersheimer Halle statt.