Crailsheim / Oliver Färber  Uhr
Der Musikverein Blaskapelle Onolzheim füllt bei seinem volkstümlichen Konzert am Samstagabend die örtliche Turnhalle mit ausgelassenen Fans. Die Gruppe setzt diesmal auf traditionelle Stücke.

Wenn die Blaskapelle Onolzheim zum Konzert lädt, dann strömen deren Fans in die Turnhalle. Das ist auch an diesem Samstagabend so. Einen guten Sitzplatz zu ergattern, schafft da nur, wer früh in den Saal kommt. Und gerade die frühen Besucher lassen sich nicht nur später die Rhythmen von der Bühne, sondern auch gleich noch vorher ihr Abendessen servieren. So geht’s in der Enge bei Speis, Trank und einem Schwätzle gemütlich zu. Und das ändert sich den ganzen Abend nicht, erst recht nicht, als jeder Sitzplatz belegt und die Instrumentalisten mit ihrem Dirigenten Markus Müller unter Applaus auf die Bühne kommen.

Musik Konzert der Blaskapelle Onolzheim

Schon beim ersten Lied wird schnell klar, was diesmal beim Konzert auf dem Programm steht: klassische Blasmusik. Und die Lieder, die vor allem auch Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten bekannt und beliebt machten, haben sichtlich viele ausgelassene Fans in Hohenlohe. Zum Auftakt hat Müller „Wo die Musik erklingt“ gewählt. Die Gesangssolisten Ines und Ralf Baierlein, welcher später auch durch den Abend führt, reißen das Publikum mit – und so mancher textsichere Besucher stimmt mit ein. Die Menge genießt es sichtlich, „ihre“ Musik zu hören. Am Alter der Fans ist deutlich zu erkennen, dass die klassische Blasmusik eher in späteren Jahren ihre Liebhaber findet – und so sind viele, die da freudig mitklatschen oder bei Instrumentalstücken mitsummen, meist stolze Träger silberfarbener Haarpracht mit Lebenserfahrung. Aber auch so manch jüngerer Gast zollt der Kapelle und dem Gesangsduo schon nach dem ersten Stück mit tobendem Applaus Respekt.

Dass das Konzert und das Können der Musiker Interesse weckt, das ist auch an der Zahl der Ehrengäste abzuleiten, die der Einladung gefolgt sind. Ralf Baierlein braucht fast zehn Minuten, bis er die Liste bei seiner Begrüßung abgearbeitet hat. Solange lässt so mancher Gast das Auge schweifen, denn der Musikverein hat auch mit der Hallendekoration für einen Wohlfühlfaktor gesorgt. Die Bühne schmücken Strohballen, überdimensionale leere Bierflaschen mit Bügelverschluss und Blumen – auf dem Glas alter Sprossenfenster steht mit weißer Farbe „Musik erklingt“.

Seit Jahresbeginn leitet Andreas Glöckler das Orchester des Musikvereins Oberdischingen. Das Osterkonzert hat das Motto „Neu“.

Zugabe-Rufe beim vierten Lied

Dann geht’s aber weiter im Programm. Die Freude im Saal ist groß, als Baierlein verkündet, dass man sich nach Musicals beim letzten Konzert nun wieder der volkstümlichen Musik widme – und vor allem den Rhythmen, die Ernst Mosch bevorzugte.

Da gibt es Walzer im Dreivierteltakt und Polkas, die nicht nur einen Herrn in der ersten Reihe dazu animieren, den Takt auf den Oberschenkeln mitzutrommeln. Der Moderator führt galant und geschickt von einem Stück zum nächsten, vermittelt Wissen zur Geschichte der Lieder und ihren Komponisten, was im Saal immer wieder bei manchen Besuchern zum „Aha-Effekt“ führt.

Mal dynamisch, mal sacht, mal laut, mal besonders rhythmisch präsentiert die Kapelle, was sie einstudiert hat. Auch Instrumentalsolisten zeigen ihr Talent. Kein Wunder also, dass schon beim vierten Lied Zugabe-Rufe erschallen. Der Applaus am Ende des Programms bringt die Turnhalle zum Beben – und alle gehen fröhlich nach Hause.

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