Crailsheim Ohne Rassismus, dafür mit Courage

Konrad Schneider, Michael Smolik, Ronay Kücük, Mara Gläß, Fernanda Schmitt, Stephan Reichstein, Leonard Volk, Günther Herz (von links) bei der Übergabe.
Konrad Schneider, Michael Smolik, Ronay Kücük, Mara Gläß, Fernanda Schmitt, Stephan Reichstein, Leonard Volk, Günther Herz (von links) bei der Übergabe. © Foto: Luca Schmidt
Crailsheim / Luca Schmidt 13.07.2018
Die Schüler und Lehrer der Eugen-Grimminger-Schule treten in die Fußstapfen ihres Namensgebers: Mehr als 80 Prozent haben dafür unterschrieben, sich gegen Diskriminierung einzusetzen.

Wir stehen für demokratisches Verhalten, gegenseitige Wertschätzung, Toleranz, Zivilcourage und Gewaltlosigkeit ein.“ Dieser Leitsatz prägt die Eugen-Grimminger-­Schule (EGS) in Crailsheim, deren Namensgeber auch heute noch Vorbild sein soll. Die Schüler und Lehrer treten nun in seine Fußstapfen: Mit der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzen sie ein Zeichen gegen Diskriminierung – egal welcher Art. Mehr als 80 Prozent der Schüler, Lehrer und Beschäftigten an der Schule haben dafür unterschrieben.

„Eigentlich stand am Anfang die Überlegung, dass wir an dem Projekt ‚Fair-Trade-Schule’ teilnehmen. Das wäre aber für viele nicht greifbar gewesen“, sagt Fernanda Schmitt, stellvertretende Schülersprecherin. „Schule mit Courage passt besser zu uns. Wir haben dann geschaut, welche Kriterien wir erfüllen müssen (siehe Infokasten). Einige Punkte hatten wir bereits vor Beginn erfüllt.“ So gibt es an der Schule einen Eugen-Grimminger-Tag, „um Schüler und Lehrer mit Leben, Werk, Gedankenwelt und Grundüberzeugungen Grimmingers und der Zeitgeschichte bekannt zu machen“, so die Schul-Homepage.

Gemeinsam mit ihren SMV-Kollegen Leonard Volk, Ronay Kücük und Mara Gläß sowie Verbindungslehrer Konrad Schneider hat sich Schmitt für die Umsetzung der Kriterien eingesetzt. Nun wurde die Schule dafür belohnt: Sie darf sich fortan unter anderem mit Schildern (siehe Foto) schmücken. Sie wurden vor der versammelten Schule von Landeskoordinator Stephan Reichstein übergeben. Anschließend gab es einen von den Schülern gedrehten Film zum Thema. Paten des Projekts sind Kickbox-Weltmeister Michael Smolik und die Frauen- und Mädchenfußballabteilung des TSV Crailsheim. „Im Sport ist das Thema ebenfalls wichtig und allgegenwärtig“, sagt Schmitt. Als Paten wollte man Menschen aus Crailsheim. „Michael Smolik kennen gerade die Jüngeren. Beim TSV spielen mit Bianca Uhl und Luisa Scheidel zwei ehemalige Schülerinnen“, sagt Schmitt.

Nun geht es aber erst richtig los, betont Reichstein: Projekte werden vom kommenden Schuljahr an gestartet, Ideen dafür gibt es schon. So bot sich Michael Smolik sofort nach der Veranstaltung an, zu Workshops an die Schule zu kommen. Günther Herz vom TSV Crailsheim hatte die Idee, eine Sport-Arbeitsgemeinschaft zu gründen.

Dass das Projekt ganz im Sinne Eugen Grimmingers steht, betonte Konrad Schneider noch einmal. „Er gehörte zum Freundeskreis der Weißen Rose und unterstützte die Scholls. Er hat damals zehn Jahre Gefängnis bekommen. Seine Frau, eine Jüdin, ist in Auschwitz ums Leben gekommen. Die Schule bleibt ihm damit treu.“

Wie wird man zur „Schule mit Courage“?

Die Eugen-Grimminger-Schule ist in Baden-Württemberg bereits die 201. Schule, die am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ teilnimmt. In Crailsheim durften sich bereits das Albert-Schweitzer-Gymnasium und das Lise-Meitner-Gymnasium über diese Auszeichnung freuen.

Mitmachen kann jede Schule, an der mehr als 70 Prozent aller Schüler und Beschäftigten unterschreiben, sich aktiv gegen Diskriminierung zu engagieren. Außerdem soll es regelmäßige Aktionen zum Thema geben. Bundesweit sind rund 2500 Schulen und mehr als 2,5 Millionen Schüler an dem Projekt beteiligt.

Der Titel soll „kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit [sein], sondern ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft“, so die Homepage des Projekts. Es gehe für Schüler und Lehrer darum, Verantwortung für das Klima an der Schule zu übernehmen.

Jede Schule muss mindestens einen Paten haben, den die Schüler selbst suchen. Indem sich die Paten öffentlich für das Anliegen einsetzen, werden die Schüler dauerhaft unterstützt.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es online unter www.schule-ohne-rassismus.org luc

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