Crailsheim OB Michl stellt Crailsheimer Stadtbrandmeister Knott frei

Von der Arbeit freigestellt: der Crailsheimer Stadtbrandmeister Ansgar Knott (rechts). Archivfoto: Harthan
Von der Arbeit freigestellt: der Crailsheimer Stadtbrandmeister Ansgar Knott (rechts). Archivfoto: Harthan © Foto:  
ANDREAS HARTHAN 01.08.2015
Ansgar Knott, der erste hauptamtliche Stadtbrandmeister in Crailsheim, ist von Oberbürgermeister Rudolf Michl, dem obersten Dienstherrn der Feuerwehr, von der Arbeit freigestellt worden.

Seit Wochen zog sich das Unwetter zusammen, schlugen, um im Bild zu bleiben, die Blitze rund um die Feuerwache in der Gartenstraße ein. Schließlich lag so viel Spannung in der Luft, dass es nur noch eine Frage von Tagen war, bis es donnert. Jetzt ist es passiert: In Gesprächen mit Oberbürgermeister Michl gaben leitende Feuerwehrmänner aus der Stadt klar zu verstehen, dass es keine Vertrauensbasis mehr gibt zwischen großen Teilen der Wehr und dem seit Jahresanfang 2014 amtierenden Stadtbrandmeister - dem ersten hauptamtlichen in Crailsheim. Zuvor war dieses Amt stets ehrenamtlich geführt worden, zuletzt mehr als 20 Jahre lang von Tilman Wagner.

Nach dem jüngsten Krisengespräch zog Oberbürgermeister Michl die Notbremse und stellte den städtischen Mitarbeiter von der Arbeit frei. Knotts ehrenamtliche Stellvertreter Herbert Wagenländer (Kommandant der Feuerwehr in Tiefenbach) und Marcus Swonke (Kommandant in Goldbach) haben die Leitung der Gesamtfeuerwehr übernommen.

Zusammenbruch nach Gespräch

Zum Verhängnis wurden Knott sein harscher Umgangston und seine Weigerung, bewährte Strukturen beizubehalten. Als ein altgedienter Feuerwehrmann nach einer Auseinandersetzung mit Knott zusammenbrach und ins Krankenhaus musste, war für viele in der Wehr das Fass übergelaufen.

Auch der von Knott behauptete hohe Anschaffungsbedarf stieß in der Wehr nicht nur auf Zustimmung. Als dann im Juni eine Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung auftauchte, in der indirekt die weitere Einsatzbereitschaft der Wehr von der Anschaffung neuer Schiebleitern (alle vorhandenen wurden als defekt deklariert) abhängig gemacht wurde, wurde aus dem Riss in der Abteilung ein Graben.

Nicht nur in der Wehr wunderte man sich in den vergangenen Monaten über die Vielzahl der von Knott als dringend notwendig bezeichneten Anschaffungen. Auch im Gemeinderat mehrten sich kritische Stimmen. In der jüngsten Sitzung des Stadtparlamentes berichtete Erster Bürgermeister Harald Rilk, dass er den Wunsch von Knott, weiteres hauptamtliches Personal einzustellen, abgelehnt hat. Es müsse erst einmal der Feuerwehr-Bedarfsplan erarbeitet werden, so Rilk.

Vor Wochen hatte der Gemeinderat mit einigem Murren außerplanmäßigen Ausgaben für die Wehr in Höhe von mehr als 200.000 Euro zugestimmt. Als Rilk am Mittwoch das Gremium über die mittelfristige Finanzplanung informierte, in der 2017 für die Feuerwehr 1,4 Millionen Euro und 2018 mehr als 800.000 Euro eingestellt sind, waren es mehr als eine Handvoll Stadträte, die kritisch nachfragten.

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