Ferienprogramm Nistenkästen für den eigenen Garten

Rot am See / Tobias Haase 01.09.2018
Hört mal, wer da hämmert! Den Umgang mit Bohrer, Hammer und Schraubendreher haben einige schon ganz gut drauf. Wer noch nie eine Bohrmaschine in der Hand gehalten hatte, konnte im Ferienprogramm in Rot am See erste Erfahrungen sammeln.

Hört mal, wer da hämmert! Den Umgang mit Bohrer, Hammer und Schraubendreher haben einige schon ganz gut drauf. Wer noch nie eine Bohrmaschine in der Hand gehalten hatte, konnte im Ferienprogramm in Rot am See erste Erfahrungen sammeln. Gemeinsam mit Mitgliedern der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins haben Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren ihren eigenen Nistkasten für Singvögel gebaut.

Fritz Maier, Hauptverantwortlicher für dieses Angebot im Ferienprogramm, hatte in den Wintermonaten Bretter gesägt und kleine Pakete vorbereitet. Somit mussten die Kinder die Einzelteile nur noch zusammenbauen. „Einige Kinder trauen sich zu Beginn nicht, etwas zu machen. Aber wenn sie sehen, wie es funktioniert, wollen sie es sofort selber probieren“, sagt Maier.

Dieses Jahr gab es rund 30 Anmeldungen. Obwohl ursprünglich ein Limit von maximal 25 Teilnehmern festgelegt worden war, kamen dieses Jahr alle Kinder zum Zug. Heike Petz, Organisatorin des Kinderferienprogramms in Rot am See, erinnert sich: „Das Angebot wird gut angenommen, auch über die letzten Jahre hinweg war das Programm sehr gefragt und einige Kinder mussten immer wieder auf die Warteliste gesetzt werden.“ Allgemein seien viele der Programmpunkte in Rot am See komplett ausgebucht, betont sie.

Wenn man sich umsah, erkannte man schnell, dass einige der Kinder wohl noch nie ein Werkzeug in der Hand gehalten haben. Das sei verständlich, erklärt Fritz Maier. Viele der Kinder besuchten noch nicht einmal die Schule, und den Namen können sie auch oft noch nicht richtig schreiben. Daher stünden die Mitglieder des Albvereins den Kindern bei jeder Aufgabe zur Seite. Joris Pfänder, der begeistert an seinem Nistkasten baut, erzählt: „Ich weiß schon seit ich fünf bin, wie das geht. Es macht aber trotzdem Spaß.“

Meins bleibt meins

In der großen, offenen Halle des Bauhofes konnte man die Hämmer häufig im Takt schlagen hören. Die Kinder rannten aufgeregt umher. „Inzwischen regeln wir es so, dass jeder den Namen auf seinen Nistkasten schreibt, sonst nehmen sich die jüngeren Kinder einfach die etwas schöneren Kästen der älteren weg. Wir haben schon Erfahrung gesammelt“, sagt Maier und schmunzelt. Wenn er oder seine Vereinskollegen den Kindern etwas zeigten, schauten diese neugierig zu. Einige von ihnen verschönerten ihr Werk am Ende noch, indem sie die Kanten abfeilten.

Amelie Utz, die mit ihren Freundinnen dabei war, will den Nistkasten in ihrem Garten aufhängen. „Das Programm ist echt cool. Ich hab auch schon zu Hause mit meinen Eltern etwas gebaut.“ Handwerkliche Sachen seien eben nicht nur etwas für Jungs, findet die Neunjährige.

„Es ist immer spannend zu beobachten, welche Kinder daheim den Umgang mit Werkzeugen gelernt haben“, sagt Maier. Am Ende präsentierten alle Kinder stolz ihre selbst gebauten Holzboxen.

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