Nachruf auf Helmut Hassel Nicht nur Roßfeld trauert

 Helmut Hassel.
Helmut Hassel. © Foto: CDU
Roßfeld / Andreas Harthan 09.01.2019
Stadtrat Helmut Hassel erliegt einer schweren Krankheit. Der ehemalige Ortsvorsteher ist 78 Jahre alt geworden.

Wenn der Gemeinderat sich Ende Januar zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahr trifft, bleibt der Platz von Helmut Hassel (Foto) frei. Der CDU-Stadtrat, der seit 2004 dem Stadtparlament angehörte, wird am Mittwoch beigesetzt. Die Trauer um den Kommunalpolitiker und ehemaligen Polizisten ist nicht nur in Roßfeld groß, sondern in der ganzen Stadt.

Er war das, was man eine Respektsperson nennt. Er besaß eine natürliche Autorität, die ihm sowohl im Beruf als auch im Ehrenamt half. Gleichzeitig war er ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Diese Kombination von charakterlichen Stärken machte ihn so beliebt, ließen ihn, der kein gebürtiger Roßfelder war, schnell zu einem Einheimischen werden.

Dazu beigetragen hat sein kommunalpolitisches und ehrenamtliches Engagement. Hassel war zehn Jahre lang Ortsvorsteher in Roßfeld und gehörte 24 Jahre lang dem Ortschaftsrat an. Als Stadtrat war er seit 2004 tätig. Hassel saß aber auch von 1984 bis 2008 im Aufsichtsrat der einstigen Crailsheimer Volksbank, war acht Jahre stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Selbstverständlich war für ihn das Engagement beim Sportverein und beim Liederkranz. „Auf ihn war stets Verlass“, betont sein Vorgänger als Ortsvorsteher und Stadtrat, Horst Müller.

Sein Wort hatte Gewicht

Helmut Hassel war kein Freund großer Worte. Auch dann nicht, wenn er geehrt wurde – etwa mit dem goldenen Horaff der Stadt, oder dem Verdienstabzeichen in Gold des Städtetages. Aber wenn er sich in Gemeinderatssitzungen zu Wort meldete, oft in Situationen, die zu eskalieren drohten, hörten alle zu. Er versuchte, die Situation zu klären, zu beruhigen – ein Verhalten, das ihm als Polizist in Fleisch und Blut übergegangen war. Hassels Wort hatte Gewicht – egal, wo er sprach. Apropos Polizei: Auch in deren Reihen genoss er großes Ansehen. Als er im Jahr 2000 in den Ruhestand verabschiedet worden ist, reiste sogar eine Abordnung bayerischer Polizisten an. Sie ehrten ihn mit dieser Geste, weil er sich für die grenzübergreifende Zusammenarbeit stark gemacht und mit seiner Geradlinigkeit, seiner Kollegialität auch im angrenzenden Freistaat viele Freunde gewonnen hatte.

Ein roter Faden in seinem unermüdlichen Wirken war sein Einsatz für die kleinen Leute. Für deren Nöte interessiert er sich, für deren Interessen setzte er sich ein. Diesen Menschen eine Stimme zu geben, das war ihm Verpflichtung und Ansporn bis zuletzt.

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