Metal-Fest Neunte Crailsheimer Dynamite Night

Ronnie Atkins von den Pretty Maids macht in Crailsheim eine prima Figur.
Ronnie Atkins von den Pretty Maids macht in Crailsheim eine prima Figur. © Foto: Birgit Trinkle
Birgit Trinkle 02.01.2018
Die neunte Crailsheimer Dynamite Night in der seit Langem ausverkauften Ingersheimer Sporthalle mit den Pretty Maids, Vice, Nitrogods und Freedom Call war ein Riesenfest ohne Probleme.

Sind das echt schon 30 Jahre, seit zum ersten Mal  „Left the wastelands, Broke the lines“ aus „Future World“ gesungen wurde? Unfassbar für viele Metaller. 1987 hat die Hardrock- und Heavy-Metal-Band  Pretty Maids das gleichnamige Album  veröffentlicht, und um diesen Jahrestag zu feiern, sind die Musiker, die alles sind, nur keine hübschen Mädels, auf einer exklusiven Tournee. Eines von zwei Konzerten in Deutschland, bei denen das komplette Album gespielt wurde, gab’s am Freitag in der ausverkauften Ingersheimer Sporthalle vor einigen Hundert Fans. Die dänische Band Pretty Maids waren bereits bei der ersten Crailsheimer Dynamite Night dabei, viele reisten eigens an, um sie erneut zu hören.

Bereits die Bands Vice, Nitrogods – die am Vorabend noch in Berlin gespielt hatten – und vor allem Freedom Call fingen die Fans ein; allein Power-Metaller Chris Bay zu hören, wäre ein guter Grund gewesen, nach Ingersheim zu kommen. Was dann aber die Pretty Maids abzogen, setzte Maßstäbe. Gründungsmitglied, Sänger und Gitarrist Ronnie Atkins zeigte von der ersten Minute an, in dem Moment, in dem der die Bühne einnahm, dass die Wahl der Headliner nicht glücklicher hätte sein können. Und dass die Dänen besser sind denn je.

Fan Oli Frasch ist in heftigem Schneetreiben aus Schwaigern bei Heilbronn angereist: Für den 46-Jährigen war das keine Frage; er wäre auch noch weiter gefahren: „Und ich hatte recht. Die Musik ist toll, die Organisation auch. Nach Crailsheim kann man immer kommen.“ Den Organisatoren des Sportvereins Ingersheim um Marc Müller sowie Andreas Löffelad von Borila Entertainments wurden  Dutzende solcher Komplimente zugetragen – wie könnte es anders sein, wenn so viele mit jeder Faser und mit so viel Freude feiern und röhren und headbangen, ohne dass es nennenswerte Probleme gibt. Auch ist der Anfahrtsort Heilbronn nichts Besonderes, wie Marc ­Müller sagt: Er erzählt von Festivalbesuchern, die „aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Tschechien, Italien“ nach Ingersheim kommen.

Zu dem Event ist sogar eigens ein Fan aus Australien angereist. Eine Metaller-Gruppe aus Tschechien kam mit dem Zug und stand laut Müller bereits am frühen Nachmittag am Eingang. „Wir haben sie mit heißem Kaffee versorgt, damit sie nicht frieren“. „Wir sind eben eine große Metal-Familie“ ist auch so ein Satz, der immer wieder fällt, wenn Müller erklärt, wie die Dynamite Night in Crailsheim enstehen und vor allem so erfolgreich werden konnte. Natürlich wollen sie auch weitermachen: An der zehnten Jubiläumsausgabe wird bereits jetzt gearbeitet.