Bad Mergentheim Neue Technik für die Tauberbahn

Bad Mergentheim / pm 17.04.2018

Grünen-Politiker aus dem Main-Tauber-Kreis – darunter der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Hermino Katzenstein – haben sich kürzlich zu einem Fachgespräch mit Denis Kollai, dem Geschäftsleiter der Westfrankenbahn (WFB), getroffen. Das schreibt die Partei in einer Pressemitteilung. Die WFB hat das Schienennetz und die Stationen auf der Tauber-, Maintal- und Madonnenlandbahn von der Deutschen Bahn gepachtet.

Kollai kündigte an, die veraltete Infrastruktur zu modernisieren. „Zwischen Lauda und Crailsheim brauchen wir derzeit noch 38 Fahrdienstleiter“, beschrieb er laut Auskunft der Grünen die Lage. Um den Personalaufwand zu reduzieren, werde von 2019 beginnend in Schrozberg die elektronische Stellwerkstechnik für die ganze Strecke eingerichtet. Das Stellwerkspersonal soll künftig von Niederstetten aus den Streckenabschnitt überwachen.

Die Ankündigung der Bayerischen Landesregierung, die Bahnstrecke von Miltenberg bis Aschaffenburg zu elektrifizieren, habe auch in Baden-Württemberg zu entsprechenden Überlegungen geführt. Kollai hält die Elektrifizierung von Königshofen bis Bad Mergentheim für sinnvoll, heißt es in der Pressemitteilung.

Pilotprojekt „Eco-Train“

Im Verkehrsministerium sei man der Idee gegenüber sehr aufgeschlossen, auf der Tauberbahn als Pilotprojekt den „Eco-Train“ einzusetzen, berichtete demnach Politiker Katzenstein. Weil eine vollständige Elektrifizierung der Strecke von Miltenberg bis Crailsheim aber zu aufwendig sei, könnten Hybridfahrzeuge zum Einsatz kommen, die nur kurze elektrifizierte Abschnitte benötigten und die Lücken dazwischen batterieelektrisch führen. Man könne die Abschnitte elektrifizieren, bei denen es kein oder nur wenig Konfliktpotenzial gebe.

„Unter Umständen genügt auch ein zehnminütiger Aufenthalt an den Endpunkten der Strecke zum Aufladen der Batterien“, sagte Verkehrsingenieur Kollai. Die Neuentwicklung muss allerdings noch vom Eisenbahnbundesamt zugelassen werden. Dieses Verfahren benötige mindestens 36 Monate.