Crailsheim Neuer Herrensteg ist auf der Jagst gelandet

Crailsheim / Birgit Trinkle 13.06.2018
Die Firma Helling legt den neuen Herrensteg über die Jagst: Viele Crailsheimer schauen zu, als die 18-Tonnen-Konstruktion über dem Fluss schwebt.

Die 18-Tonnen-Brücke in Crailsheim ist täglich Brot für Kranfahrer Ciprian Rauh und seine Kollegen von der Firma Helling. Sie haben schon Flugzeuge gehoben, oder eine historische Dampflok auf die eigens verstärkte Garage eines Eisenbahnliebhabers gehievt. Bis zu 600 Tonnen bewegen sie in ihren Schwertransporten und Kranarbeiten, auch mal in Höhen über 200 Meter. Eine Stahlkonstruktion über die Jagst zu legen, ist da ein Routinejob. Auch wenn das zahlreiche faszinierte Zuschauer an diesem Morgen anders sehen.

Der Herrensteg am Zeughaus­turm war und ist eine von Fußgängern und Radfahrern viel genutzte Verbindung von der Grabenstraße in die Jagstaue und weiter zum Bahnhof. Vielen ist der alte Steg lieb geworden: Sie haben noch drei, vier Wochen Zeit, Abschied zu nehmen. So lange wird es dauern, bis die neue Brücke mit Handläufen und Beleuchtung ausgestattet ist und freigegeben werden kann. Erst dann wird ihre Vorgängerin abgerissen. Zur offizielle Einweihung des neuen Stegs wird nach den Sommerferien eingeladen.

„Keine Probleme“

Planerin Isabell Hofmann und Projektleiterin Michaela Schopf vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadtverwaltung sind sich einig, dass es „reibungslose Baustellen“ nicht gibt. Aber dieses Projekt sei sehr gut gelaufen. Während das Helling-Team die entscheidenden Vorarbeiten leistet, um die Brücke auf ihrem Schwebeflug zum anderen Jagst­ufer in der Balance zu halten, bekräftigt Michaela Schopf, dass es zum Abbruch des alten, 1958 in  Spannbetonbauweise erstellten Stegs keine vernünftige Alternative gab: „Das ist das Problem beim Spannstahl. Es  entstehen Spannungsrisse, und ein Bruch der Spanndrähte ist zu befürchten.“ Zudem entsprach der Steg schon längst nicht mehr den Vorschriften für einen gegenläufigen Rad- und Fußgängerverkehr. So erklärt sich auch, warum der neue Steg immerhin vier Meter breit ist; an der Länge dieses Jagstübergangs, 28,7 Meter, änderte und ändert  sich naturgemäß wenig. Seit alters her queren die Crailsheimer dort ihren Fluss.

Über eine halbe Million Euro für die Infrastruktur

Für die Bauarbeiten, einschließlich Abbruch und Wegebau, werden 156 000 Euro veranschlagt. Der neue Steg kostet 373 000 Euro.

529 000 Euro sind es insgesamt; 226 500 Euro werden über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bezuschusst.

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