Michelfeld Nachgefragt: Junger Wald - späteres Vermögen

Manuel Braunger will den Michelfelder Forst nachhaltig bewirtschaften. Archivfoto: ka
Manuel Braunger will den Michelfelder Forst nachhaltig bewirtschaften. Archivfoto: ka
Michelfeld / SWP 17.11.2014
Michelfeld besitzt fast 80 Hektar kommunalen Wald. Der soll nachhaltig bewirtschaftet werden, um das Vermögen für spätere Generationen zu sichern. Wie das gehen soll, erläutert Manuel Braunger.

Manuel Braunger ist Leiter des Geschäftsbereichs Privat- und Gemeindewald im Forstamt. Er kennt sich mit nachhaltiger Bewirtschaftung aus. Im Interview beantwortet Braunger Fragen des HT.

Wie ist die derzeitige Situation im Michelfelder Gemeindewald?

BRAUNGER: Wir haben auf den insgesamt 78 Hektar Waldfläche einen recht jungen Wald, weil in den letzten zehn Jahren viel Holz ungeplant geerntet wurde. Es musste wegen Befalls mit dem Borkenkäfer, wegen Sturmschäden und nachfolgender Dürrejahre aus dem Wald entfernt werden. Sicher nicht zur Freude der Gemeinde, denn der Erlös war niedrig. Und das entspricht selbstverständlich auch nicht der Zielsetzung der Nachhaltigkeit.

Kann nachhaltige Bewirtschaftung die Lage verbessern?

In so einem jungen Wald steht jetzt der Vorratsaufbau, der ja der Nachhaltigkeit dient, im Vordergrund. Neben der Pflege der Bestände gehört dazu auch, dass wir die Art der Bestockung in eine bestimmte Richtung lenken, also manche Baumarten, die sich von selbst ausbreiten, fördern und andere eher kurz halten. Zum Teil pflanzen wir junge Bäume nach, nächstes Jahr zum Beispiel Eichen. Die sind zwar teuer und wachsen langsam, aber sie passen an den Standort in der sogenannten Wanne hinter dem Michelfelder Sportplatz.

Was ist das Ziel der nachhaltigen Bewirtschaftung?

Wir wollen ein gesundes Waldökosystem, einen sicheren Wald mit standortgerechten Bäumen, die möglichst widerstandsfähig gegen Schädlingsbefall und außergewöhnliche Witterungen wie etwa Sturm und Trockenheit sind. Denn der Wald stellt für die Gemeinde ein Vermögen dar, aus dem auch spätere Generationen ihren Nutzen ziehen sollen.

Die Fragen stellte Sigrid Bauer.

Info Laut Forstwirtschaftsplan beträgt in Michelfeld der Nachhaltshiebsatz 340 Festmeter. Im Hinblick auf die Betriebsplanung für die nächste Dekade (2015 bis 2024) sollen ökonomische, ökologische und soziale Schwerpunkte festgelegt werden. Das möchte der Michelfelder Gemeinderat bis zum Frühjahr geschafft haben.

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