Musik Musikwinter-Klassik: Das Fauré Quartett als "Artists in Residence" in Gschwend

Begeisternd: Seit sieben Jahren kann man in Gschwend die Entwicklung des Fauré Quartetts verfolgen. Am Samstag spielte das Weltklasse-Ensemble eine bisher nicht gehörte Quartett-Fassung von Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« sowie das zweite Klavierkonzert von Brahms.
Begeisternd: Seit sieben Jahren kann man in Gschwend die Entwicklung des Fauré Quartetts verfolgen. Am Samstag spielte das Weltklasse-Ensemble eine bisher nicht gehörte Quartett-Fassung von Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« sowie das zweite Klavierkonzert von Brahms. © Foto: Karl-Heinz Rückert
Gschwend / KARL-HEINZ RÜCKERT 22.01.2013
Als Artists in Residence gehören die Musiker des Fauré Quartetts zu den Stammgästen des Gschwender Musikwinters. Das Ensemble von Weltrang präsentierte am Samstag eine Welturaufführung.

Einmal mehr begeisterte das Fauré Quartett das Musikwinter-Publikum in der evangelischen Kirche in Gschwend. Seit nunmehr sieben Jahren kann man im Schwäbischen Wald die musikalische Entwicklung der vier Ausnahmemusiker mitverfolgen, die zwischenzeitlich auch auf internationalen Bühnen das Publikum in ihren Bann ziehen.

Bei dem zweiten Klassikabend des diesjährigen Musikwinterprogramms führten die "Artists in Residence" Erika Geldsetzer (Violine), Dirk Mommertz (Klavier), Sascha Frömbling (Viola) und Konstantin Heidrich (Violoncello) das Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur op. 26 von Johannes Brahms und Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" auf. Dieses von Grigorij Gruzman bearbeitete Klavierquartett stellte das Fauré Ensemble in einem eigenen Arrangement vor. Erst am Ende des Konzertabends verrieten die Musiker dem Publikum, dass es Zeuge einer Welturaufführung geworden war.

Obwohl Brahms den ersten Satz seines Klavierquartetts "Allegro non troppo" gesetzt hatte, begann das Quartett ausdrucksvoll und akzentuiert. Folgte hingebungsvoll schmeichelnd dem Satz "Poco Adagio", um mit einem allmählich beschleunigten Allegro zu einem fantastischen Finale zu führen.

Die ganze musikalische Fülle des Fauré Quartetts kam bei Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" zum Vorschein. Mit dynamischen Akkorden, geprägt durch ausgezeichnete Harmonie, wurden die Bogen zu Pinseln, die Saiten von Flügel und den Streichinstrumenten zu Farbpaletten, mit denen die Künstler den Rundgang des Komponisten entlang den Bildern einer Ausstellung seines Freundes Viktor Hartmann nachzeichneten. Beschwingte Heiterkeit vermittelten die hellen Klangfarben, wobei das Violoncello durch eine oktavierte Stimmlage das Publikum zu irritieren vermochte, das eher die anderen Streicher hinter der Musik suchten.

Gefällig und einfühlsam, mal mit dynamischen Tempi mal schwerfällig drohend, zeichneten das virtuose Quartett den Rundgang entlang der zehn Bildnisse musikalisch nach, der vor dem "Großen Tor von Kiew" mit majestätischen Bassakkorden endete.

Die Begeisterung über das gelungene Konzert hielt das Publikum nicht in den Bänken. Spontaner und langanhaltender Beifall entlockte dem Fauré Quartett eine Zugabe. Das "Schlaflied", eine sogenannte "Pocket-Symphonie", war eine weitere Welturaufführung.

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