Crailsheim Musikalischer Festakt: Crailsheimer Waldorfschule feiert ihr zehnjähriges Bestehen

Crailsheim / URSULA RICHTER 28.06.2016
Die Freie Waldorfschule in Crailsheim gibt es seit zehn Jahren: Das ist am Freitag unter dem Motto „Suchen und Finden“ gefeiert worden.

„Toll, dass ihr jetzt zehn Jahre feiern könnt“, sagte Fabian Stoermer, Geschäftsführer der Partnerschule in Schwäbisch Hall, bei der Feier. Das sahen die Eltern, Schüler, Lehrer und Festgäste offenbar genauso. Am Nachmittag fanden sie sich zunächst einmal im Foyer des Schulgebäudes ein.

Dass Musik, wie Lehrerin Brigitte Kuwabara betonte, eine zentrale Rolle an der Schule spielt, war am Programm deutlich erkennbar. Es endete mit Singen und Tanzen um ein Johanni-Feuer. Und vorher gab es etwa Weltmusik aus Morgen- und Abendland sowie am frühen Abend ein Konzert des russischen Schulchores. Zum Festbeginn hatte das Schulorchester mit rund 20 Streichern Vivaldi gespielt, dann den Tango La Cumparsita von Gerardo Rodríguez. Hier und auch beim Walzer aus der Suite Nr. 2 von Schostakowitsch griff Geigenlehrer Wolfgang Hermann Kautter zu seinem Instrument. „Die Schüler lieben die Akustik hier“, erläuterte er.

Das Gebäude Burgbergstraße 51 war trotz der hochsommerlichen Außentemperaturen überraschend kühl. „Es liegt an dem Stein und Beton“, sagte Geschäftsführer Markus Stettner-Ruff. „Allein das Dach hat eine ein Meter dicke Betonverstärkung.“

Die Bauherren haben 1936 freilich weniger an die Außentemperaturen gedacht, sondern an den militärischen Ursprungszweck. „Ich könnte losheulen, wenn ich an die Geschichte des Gebäudes denke und das zart Musikalische von unserem Schulorchester höre“, sagte der Elternvertreter Wilhelm Volz. Für Susanne Hammer vom Vorstand ist die Architektur „einfach problematisch“, wie sie bei ihrer Begrüßung erklärte. Aber: „Unsere Erfahrungen sind bunt wie die Girlanden.“ Höhen und Tiefen wurden bei dem Festakt angesprochen. Der Tenor jedoch war insgesamt positiv.

Geht man nach Fabian Stoermer, trägt das der Waldorfpädagogik zugrunde liegende antroposophische Gedankengut „den Strom des Idealismus der deutschen Geschichte weiter“. Er führte aus, dass die Gründungsidee von 1919 im jetzigen Schulsystem noch lange nicht verwirklicht sei.

Trotzdem waren sich die Gesprächsteilnehmer des von Stettner-Ruff moderierten Podiumsgespräches vor allem beim Blick in die Zukunft einig. Die Zehntklässlerin Alina Häuslein wünschte der Schule viel Glück und Kraft, alle Herausforderungen zu meistern. Elternvertreter Volz möchte, dass man zusammen das Ziel findet: „Der neue Oberstufenprozess ist ein anderer Weg mit anderen Schwierigkeiten.“ Man will eine Oberstufe mit 12er- beziehungsweise 13er-Abschlüssen anbieten.

Auch das Publikum wurde nach Wünschen befragt. „Dass der Schule mit anderen Kindern das gelingt, was mit meiner Enkeltochter gelang“, sagte da jemand. Wolfgang Gsell etwa resümierte für sich als Vater: „Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeit in Crailsheim gibt.“

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