Crailsheim Mit Weißlicht gegen den Herzinfarkt

Prof. Dr. Alexander Bauer ist von der neuen OCT-Technik begeistert. Die Auswertung der bildgebenden Technik erlaubt eine präzise Diagnostik der Herzkranzgefäße.
Prof. Dr. Alexander Bauer ist von der neuen OCT-Technik begeistert. Die Auswertung der bildgebenden Technik erlaubt eine präzise Diagnostik der Herzkranzgefäße. © Foto: Klinikum
Crailsheim / swp 27.06.2018
Das neue bildgebende OCT-Diagnose-Verfahren bringt viele Vorteile mit sich. Der Herz-Spezialist Professor Dr. med. Alexander Bauer baut die Kardiologie am Klinikum Crailsheim weiter aus.

Die intravaskuläre optische Kohärenztomo­grafie (OCT) basiert auf der Anwendung von Licht. Durch sie können Gefäßwände und -durchmesser genauer als bisher dargestellt werden. Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße profitieren von einer präzisen Diagnostik und Kontrolle von durchgeführten Eingriffen.

Gerät steht seit März bereit

Der Kardiologe Professor Dr. med. Alexander Bauer ist seit 2010 Chefarzt am Diak Schwäbisch Hall und am Klinikum Crailsheim. Seit April hat er seinen Arbeitsschwerpunkt in Crailsheim, um dort die invasive Kardiologie systematisch auszubauen. Vor allem im Notfall kann dieser wegweisende Schritt des Klinikums Leben retten, denn bei Herzerkrankungen zählt im Notfall jede Minute.

Seit März dieses Jahres steht der Crailsheimer Kardiologie ein sogenannter Linksherzkatheterplatz zur Verfügung. Ergänzend hierzu wurde in Crailsheim nun ein OCT-Tomograf angeschafft.

Durch eine Herzkatheter-Untersuchung wird beurteilt, ob eine Verengung, Verstopfungen oder eine angeborene Fehlbildung der Herzkranzgefäße vorliegen. Je nach Befund erfolgt eine medikamentöse Behandlung, eine Erweiterung der Gefäße durch einen Ballon oder eine „Stent“-Einlage, um den Blutfluss zum Herzmuskelgewebe und die Sauerstoffversorgung des Herzens wieder zu normalisieren. Unter einem Stent versteht man ein kleines Metallröhrchen, das an der verengten Stelle in die Gefäßwand gepresst wird und so das Herzkranzgefäß offen hält.

Die intravaskuläre optische Kohärenztomografie (OCT) ist eine bildgebende Technik, die auf der Anwendung von Weißlicht nahe dem Infrarotbereich basiert. Der Katheter, der für die Untersuchung in die Herzkranzgefäße eingeführt wird, hat einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter. Trotzdem werden Gefäßwände und -durchmesser in einer zehnfach höheren Auflösung als bei bisherigen Bildgebungsverfahren dargestellt. „Wir können so Ablagerungen in den Gefäßen, die Ausprägung von Verengungen und den Zustand der Gefäßwand besser als bisher beurteilen und leichter festlegen, wie wir behandeln“, erklärt Professor Bauer den Vorteil der OCT.

Gerade bei der Entscheidung, ob, wo und welcher Stent in welcher Länge und mit welchem Durchmesser eingesetzt werden muss oder ob besser doch eine Bypass-Operation erfolgen sollte, leistet die OCT-Untersuchung beste Dienste. Bei der Überprüfung des eingesetzten Stents sind die Ergebnisse der OCT unschlagbar. Ein weiterer Vorteil: Der Patient wird durch die OCT wenig belastet, denn für den Messvorgang ist keine Röntgenstrahlung erforderlich.

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