Volksfestumzug Mit Vollgas in die Zukunft

Andreas Manthey (links) und Thomas Leiberich organisieren den Umzug des Gewerbes nicht nur, sondern waren auch schon mit dabei. Dieses Jahr wird es damit aber leider nichts.
Andreas Manthey (links) und Thomas Leiberich organisieren den Umzug des Gewerbes nicht nur, sondern waren auch schon mit dabei. Dieses Jahr wird es damit aber leider nichts. © Foto: Luca Schmidt
Luca Schmidt 15.09.2017
Volksfestumzug: Kein Bumm-Bumm, dafür zeigt das Crailsheimer Gewerbe die Zukunft. Zwei Organisatoren erklären, was vom Umzug erwartet werden kann.

Warum lohnt es sich, für den Umzug am Volksfest morgens aufzustehen? „Er ist interessant, witzig und spannend, und die Firmen geben sich jedes Jahr wirklich Mühe“, sagt Andreas Manthey, Vorsitzender der Crailsheimer Werbegemeinschaft. „Und es steht außer Frage, dass es einfach Tradition ist“, ergänzt Thomas Leiberich, Vorsitzender des Gewerbevereins. Gemeinsam mit einem Planungsteam aus weiteren sechs Personen organisieren die beiden den Umzug.

Das Motto lautet „Crailsheimer Gewerbe zeigt uns die Zukunft.“ Zustande gekommen sei es in einer der ersten Sitzungen des Planungsteams. „Grundsätzlich ist das Motto dafür da, den Umzug in gewisse Bahnen zu lenken, damit nicht jeder einfach irgendwas baut“, sagt Leiberich. „Die Firmen können sich dann mit ihrem Wagen am Umzug in ein gutes Licht rücken“, ergänzt Manthey. Im Mittelpunkt stehen dabei allerdings nicht die Produkte der Firmen an sich, sondern das Image. „Das haben die Unternehmen mittlerweile auch so verstanden. Gerade jetzt, wo Unternehmen teilweise um sehr gute Mitarbeiter konkurrieren müssen.“

Etwas traurig sind die beiden, dass sie selbst nicht mit einem Wagen teilnehmen können. „Wir haben Samstag und Sonntag geöffnet, und das sind extrem wichtige Verkaufstage für uns“, verrät Manthey. Mittlerweile sind diese Tage schon beinahe so wichtig wie die Tage vor Weihnachten.

Angefangen habe die Planung bereits direkt nach dem Volksfest im letzten Jahr. „Dort haben wir uns im Planungsteam getroffen und darüber gesprochen, was uns beim letzten Mal gut gefallen hat und was nicht so sehr.“ Dann sei man darangegangen, Verbesserungen einzuplanen. Dazu gehört unter anderem, dass es keine reine „Bumm-Bumm“-Wagen mehr gebe, also Wagen mit lauter Musik. Was die Firmen aber letztendlich präsentieren, darauf haben die beiden keinen Einfluss.

„Wir haben die Firmen persönlich eingeladen, und sie haben uns ihr Konzept vorgestellt“, sagt Manthey. Wenn es nicht zum Thema gepasst hat, habe man gemeinsam noch einmal überlegt. „Es kamen auch Firmen zu uns, die noch keine Vorstellungen hatten. Im Gespräch entstanden dann ganz neue Ideen“, erklärt Leiberich – so wie beim Motorfahrer-Club Crailsheim: „Die haben über die Jahre immer wieder Absagen für ein eigenes Gelände von Städten und Gemeinden bekommen“, sagt Manthey. Das werde jetzt auf ihrem Wagen thematisiert, zu viel verraten wolle man aber nicht.

Gerne erinnern sich Manthey und Leiberich an den letzten Umzug des Gewerbes. „Damals gab’s die Diskussion, ob der Eilooder in Schwarz oder Grün auftreten soll.“ Um diesen Streit darzustellen, stiegen die beiden auf dem vordersten Wagen in einen Boxring; einer in Schwarz, einer in Grün. „Da haben wir dann ganz schön ausgeteilt.“ Nachdem sie am Volksfestplatz angelangt waren, wurden sie mit dem Auto zum letzten Wagen des Umzugs gefahren. „Auf dem standen wir dann vereint“, erklärt Manthey.