Am Ende hatten die „Harmonia Swingers“ und die „Swingteens“ mit all ihren Solisten das Publikum völlig für sich eingenommen. An zwei Abenden erlebten insgesamt 650 Konzertbesucher in der Ingersheimer Turn- und Festhalle ein weit über zweitstündiges Programm durch die „Meilensteine“ der Popmusik.

Kaum zuvor dürften sowohl die Nachwuchssänger als auch die Gesangssolisten so oft in einem Konzert der Harmonia Swingers zu hören gewesen sein wie am Wochenende. In einer Person vereint war dies etwa Leon Bratz, der als Michael Jackson mit Annemarie Wagner, Anna-Lisa Rüeck, Alicia Harms, Kevin Bork und Thomas Pittius „ABC“ von den „Jackson Five“ mit einer Stimme zum Besten gab, die auch die Höhen meisterte und das Publikum restlos begeisterte.

Neben diesem Beispiel für die 70er-Jahre formten Kevin Bork, Jannik Kurz, Thomas Pittius und Thomas Röhler eine Boygroup aus den 60ern: die „Beatles“. Zu „A Hard Day’s Night“ inszenierten sie in hellgrauen Anzügen und mit Gitarren einen Konzertgig mit kreischenden Teenies, als die sich die Frauen der Harmonia Swingers gekonnt an den Bühnenseiten ausgaben.

Das Inszenieren gehört zu einem Konzert der Harmonia Swingers eigentlich immer dazu. Das zeigte gleich der Beginn mit Ausschnitten aus dem Musical „Tanz der Vampire“, wohl auch als kleiner Hinweis auf Halloween gedacht. Kevin Bork zelebrierte die „Einladung zum Ball“ und Annemarie Wagner sowie Adrian Eschl duettierten empfunden zu „Draußen ist Freiheit“. Beide waren später auch mit den „Swingteens“ mit Ausschnitten aus dem Musical „Grease“ zu „Summer Nights“ zu hören.

Die Swingteens gaben nach den „Sisters“-Sextett mit Meghan Trainors „Dear Future Husband“ „All About That Bass“ von der selben Sängerin mit Augenzwinkern zum Besten und ließen Mark Ronsons „Uptown Funk“ schön funky groovend folgen. Später rockten sie mit Pete Townsends „Pinball Wizard“ die Halle.

Rockige Töne

Elena Schlosser zeigte wieder einmal, dass sie sich mit rockigen Tönen ebenfalls bestens auskennt. Zusammen mit den Harmonia Swingers war etwa ein fetziges „Proud Mary“ und „Dancing In The Street“ zu hören. Ganz im Gegensatz dazu stand später für die 80er-Jahre Lionel Richies „Endless Love“, das Alicia Harms und Tobias Mehlhorn mit sanft getönten Stimmen vortrugen. Letzterer wusste auch Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ Seele einzuhauchen.

Wunderbare Akzente

Und natürlich gab es noch den Chor, der ihn nicht nur zu diesem Song begleitete, sondern auch sonst unter Leitung von Roman Harms wunderbare Akzente zu setzen wusste. Dazu gehörte Van Halens „Jump“ ebenso wie ein Swing-Rock’n’Roll-Medley von Duke Ellingtons „It Don’t Mean A Thing“ bis zu Elvis’ „Jailhouse Rock“. Bill Withers „Ain’t No Sunshine“ wurde genauso stimmungsvoll intoniert wie Frank Sinatras „New York, New York“.

Groove, der nicht nur einmal aufs restlos begeisterte Publikum übersprang, verliehen die Sängerinnen und Sänger etwa „Get Ready“ von den „Temptations“.

Ralf Snurawa