Future World singen ein paar Hundert Kehlen lautstark in der Ingersheimer Festhalle. So hat alles angefangen vor rund zehn Jahren, als die Metal Band „Pretty ­Maids“ bei der ersten Crailsheimer Dynamite Night auftrat. „Und so entstand auch der Name Dynamite Night. Pretty Maids sind Dänen, und deshalb kamen wir auf die Idee, aus Danish Dynamite diesen Namen für den Rockabend zu kreieren“, erinnert sich Andreas Löffelad. Der angestellte Musikmanager aus Ellwangen hatte zuvor schon große Rockkonzerte, unter anderem mit Sweet, Slade, Nazareth und W.A.S.P., in Crailsheim organisiert.

2006 waren Marc Terenzi und Doro in Crailsheim. Schon damals waren Helfer vom SV Ingersheim dabei, um bei Auf- und Abbau zu unterstützen. „Als dann kurz darauf die Jahnhalle für Konzerte nicht mehr nutzbar war, habe ich mich mit Marc Müller und Dietmar Trumpp zusammengesetzt, wie und wo man eine Alternative finden könnte“, erinnert sich Löffelad.

Schon damals gab es viele Rockfans in Crailsheim und in der Region, und schnell war die Idee geboren, sogar ein ganzes Hallenfestival mit mehreren Bands zu organisieren. Die Ingersheimer Halle bot sich dazu an, nicht zu groß und nicht zu klein. Zudem war Müller früher Fußball-Abteilungsleiter beim SV Ingersheim und konnte seine Sportkameraden davon überzeugen, dass man sich mit machbarem Aufwand ­etwas für die Vereinskasse dazuverdienen und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen könne.

Und auch wenn nicht alle Rockfans sind: Seit zehn Jahren packen alle mit an, die Kooperation klappt sehr gut: „Wir sind ein eingespieltes Team.“ Die Ingersheimer kümmern sich seitdem um Auf- und Abbau sowie das Catering, Löffelad um den Rest. Inzwischen gibt es sogar schon einige ehrenamtliche Helfer außer­halb des Vereins, „da ist auch viel Idealismus dabei“.

Anfangs wurde Wert darauf gelegt, Bands aus dem deutschsprachigen Raum zu verpflichten – auch aus finanziellen Aspekten heraus. Große Namen wie Pretty Maids, Axxis, Doro, Grave Digger, Primal Fear, Kissin’ Dynamite oder Bonfire traten in Crailsheim in den letzten zehn Jahren bei der Dynamite Night auf. Die Liste ließe sich beinahe beliebig verlängern. „Da hatten wir manchmal auch ein wenig Glück bei unseren Verpflichtungen. Einige dieser Bands wären heute wohl unbezahlbar für uns.“

Im Vorjahr erstmals ausverkauft

Doch Löffelad und Müller haben immer ein gutes Näschen bewiesen, sodass die Halle jedes Jahr gut gefüllt ist – im Vorjahr war sie sogar erstmals ausverkauft. Rund ein Dreiviertel Jahr vorher setzen sich die beiden zusammen, um zu planen, welche Bands möglich sind. „Der Vorteil bei einem Hallenfestival ist, dass jede Band ihre Fanbase mitbringt“, erklärt Löffelad. So nähmen Rockfans manchmal mehrere Hundert Kilometer Anfahrt in Kauf, um ihre Idole live auf der Bühne zu sehen. Auch aus dem benachbarten Ausland sind immer wieder Gäste in Ingersheim, die zwischenzeitlich schon zu Freunden geworden sind.

Müller, der selbst bei der Crailsheimer Hard-’n’-Heavy-Coverband „Hazard“ Schlagzeug spielt, weiß neben etlichen Smalltalks mit den Musikern auch die eine oder andere Anekdote mit und von den Stars zu erzählen. Als die Internetverbindung in der Halle einmal abgebrochen war, half er dem Schlagzeuger von Doro oder auch dem Gitarristen von Sinner aus. „Ich wohne nur knapp hundert Meter entfernt, da sind die einfach mit zu mir nach Hause an den Rechner gegangen.“ Unvergesslich auch der Winter 2014: „Da hat es am Tag der Veranstaltung so geschneit, dass wir Sorge hatten, ob alle Bands nach Crailsheim kommen können und auch die Besucher heil durch den Verkehr gelangen. Es hat dann doch alles geklappt, auch wenn einige Fans auf dem Weg nach Crailsheim aufgrund des Wetters leider wieder umkehren mussten“, erinnert sich Müller.

Termin hat sich bewährt

„Der Termin kurz nach Weihnachten hat sich bewährt. Die meisten Berufstätigen haben Urlaub und wollen nach den besinnlichen Tagen wieder richtig Gas geben“, erklären die Organisatoren.

Viele Fans von Hardrock und Heavy Metal kommen aus der ­Region und nicht zuletzt mit Heimvorteil aus Crailsheim. „Einige bekannte Gesichter sieht man jedes Jahr. Das ist schon ein bisschen wie ein großes Klassentreffen“, sagt Müller schmunzelnd. Die Crailsheimer Dynamite Night ist inzwischen ein fester Termin im Veranstaltungskalender und ein Aushängeschild für den Stadtteil sowie den Verein. Und das soll auch noch möglichst lange so bleiben. Die zehnte Auflage am 28. Dezember mit fünf Bands wird sicherlich nicht die letzte sein.

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Fünf Rockbands der Extraklasse


Zum Jubiläum der Crailsheimer Dynamite Night bieten die Veranstalter am Freitag, 28. Dezember, bereits ab 17.30 Uhr wieder eine Bandauswahl der Extraklasse in der Ingersheimer Festhalle. Auf der Bühne rocken „Pink Cream 69“, „Razzmatazz“,  „Motorjesus“, „Stormwitch“ und „Shakra“. Einlass ist um 17 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem im Shop des HOHENLOHER TAGBLATTS, Telefon 0 79 51 / 40 90 oder online unter www.reservix.de.