Weihnachten ist: Kinder, Familie, Erinnerung, Liebe, Vorfreude, Winter, Wünsche, Glaube, Frieden“, so war es in der aufwendig gestalteten Kulisse in der Festhalle von Ingersheim zu lesen. Eigentlich hätte da auch stehen können: Weihnachten, das ist das Weihnachtskonzert der Harmonia Swingers, so sehr ist es in Crailsheim schon zur Tradition geworden und zog auch diesmal an die 700 Zuhörer an den beiden Vorstellungsabenden am Samstag und Sonntag in die Festhalle.

Mehrmals schon boten die Sänger unter der Leitung von Roman Harms Lieder von „Last Christmas“ bis zu „Es ist ein Ros entsprungen“. Mehrmal schon glaubte man, da müsse sich vieles wiederholen. Weit gefehlt.

Roman Harms findet immer wieder etwas, das man noch nicht kennt oder länger nicht mehr gehört hat. Dazu gehörte etwa, von den Swing Teens mit Hingabe gesungen, der Song „Believe“ aus dem Film „Polar Express“. Ellen Ott, Lara Ruiz-Messerschmidt, Leon Bratz und Luis Schirle boten daraus mit „When Christmas Comes To Town“ ein inniges Quartett. Mit Begeisterung waren der Nachwuchs der Harmonia Swingers dann mit „One More Sleep“ von Leona Lewis zu hören. „Underneath the Christmas Tree“ und „At Christmas“ verpassten sie viel Drive.

Insgesamt lag der Schwerpunkt dieses Jahr stärker auf Chorstücken, oft solistisch eingeleitet wie zu „I Love The Winter Weather“ mit Kevin Bork als Solisten, der zusammen mit Thomas Pittius, Eva Kamossa und Nicki Krell diesmal auch für die Moderation des Abends zuständig war.

Manchmal wurden Chor und Solo auch abwechselnd präsentiert wie zu „Es ist ein Ros entsprungen“, in innigem Ton solistisch von Annemarie Wagner mit Bette Midlers „The Rose“ kontrapunktiert. Einfühlsam sanft trug sie später zusammen mit dem Chor auch George Michaels „Last Christmas“ vor.

Die Kombination von Weihnachtsliedern wurde gleich zu Beginn des Konzerts mit „Silent Night“ (Stille Nacht) und „Still, still, still, weil‘s Kindlein schlafen will“ geboten. Bestens aufgelegt zeigten sich die Harmonia Swingers zu solch ruhigen Tönen wie auch zu festlichen wie packenden Tönen zu „Noel“ oder „Deck The Hall“.

Leroy Andersons „Sleighride“ erklang mit schön ausgearbeiteten Nuancen bei der Lautstärke, „You Are My Christmas Angel“ soft im Tonfall. Leonard Cohens „Hallelujah“ war mit besonderer Begeisterung gesungen zu hören und das in weiche Jazzharmonien gebettete „The Hope of Christmas“ sehnsüchtig sanft.

Was den Chor auszeichnet

Natürlich gab es auch viele solistische Momente, schließlich ist das Auftreten der Chormitglieder als Solisten etwas, was diesen Chor auszeichnet. Eine gelungene Gegenüberstellung war das Duett von Alicia Harms und To­bias Mehlhorn zu „I Heard The Bells On Christmas Day“.

Mit aufgerauter und leicht rockiger Stimme war Elena Schlosser mit „Run, Run Rudolph“ zu hören und später mit Tobias Mehlhorn zu „Engelsmensch“ in der zweiten von drei Zugaben. Adrian Eschl wurde dem „Sisters“-Septett zu „Santa Baby“ ausgeliefert, und Kevin Bork durfte zu „Please Come Home For Christmas“ den Weihnachts-Blues haben.

Das Publikum spendete den solistischen Auftritten wie etwa dem „Winter Song“, von Alicia Harms, Annemarie Wagner und Marina Gaukler viel Beifall und klatschte bei den Chorstücken begeistert mit. Nach über zwei Stunden wurden die Sänger gefeiert.