Ellwangen Mit Beil und Messer 63-Jähriger soll seine 45-jährige Ehefrau getötet haben

Die Staatsanwaltschaft hat vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ellwangen Anklage wegen Mordes gegen einen 63-Jährigen aus dem Stadtteil Goldrain erhoben. Archivfoto
Die Staatsanwaltschaft hat vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ellwangen Anklage wegen Mordes gegen einen 63-Jährigen aus dem Stadtteil Goldrain erhoben. Archivfoto
Ellwangen / FRED OHNEWALD 08.11.2014
Am 1. August ist im Ellwanger Stadtteil Goldrain ein furchtbares Verbrechen gemeldet worden. Der Ehemann des Opfers ist jetzt wegen Mordes angeklagt und hat die Tat offenbar im Wesentlichen gestanden.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 63-jährigen Ehemann des Opfers vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ellwangen Anklage wegen Mordes erhoben. Laut Angaben der Ellwanger Staatsanwaltschaft hatte die 45-jährige Frau am frühen Morgen des 1. August in der Küche ihrer Wohnung gekniet und geputzt. Dabei soll ihr Mann ihr dann von hinten mit einem Handbeil zwei Mal gegen den Kopf geschlagen haben, "wodurch das Schädeldach des Opfers gespalten wurde", schreibt die Staatsanwaltschaft. Anschließend soll der 63-Jährige seiner bereits bewusstlosen Ehefrau auch noch "mit einem Küchenmesser im Hals einen 19 Zentimeter langen Schnitt versetzt" haben. Die Frau ist dann, so die Staatsanwaltschaft, verblutet.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer "heimtückischen" Tötung des Opfers aus. Außerdem soll der Angeschuldigte aus "Habgier" gehandelt haben. Beides wären juristische Tatmerkmale eines Mordes.

Wie die Ermittlungen bestätigt haben, wollte sich die Frau offenbar von ihrem Mann scheiden lassen. Er soll angeblich gehofft haben, durch die Tötung seiner Ehefrau an eine ihr gehörende Immobilie zu gelangen, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter in der Mitteilung. Der 63-Jährige stellte sich nach der Tat noch am selben Tag bei der Ellwanger Polizei und räumte die Tötung seiner Ehefrau, mit der er fünf gemeinsame Kinder hat, ein.

Vor Ort in der Stettiner Straße fanden die Beamten dann den leblosen Körper der 45-Jährigen in einer großen Blutlache vor. Auch der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Während damals zunächst noch von Erstechen als Todesursache die Rede gewesen war, ruderten die Behörden bald zurück, weil nicht klar war, welche der "massiven Gewalteinwirkungen", die bei einer ersten Begutachtung der Leiche festgestellt worden waren, todesursächlich sein könnten. Sicher war: Der Frau war in großem Umfang Gewalt angetan worden.

Der Ehemann hat offenbar die Tat im Wesentlichen gestanden, wie bereits im August von der Polizei berichtet worden war. Doch die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass "der Angeschuldigte bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung durch ein Gericht als unschuldig" gilt.

Dass eine möglicherweise bevorstehende Trennung der Ehefrau von ihrem Mann eine wesentliche Rolle gespielt haben könnte, wurde bereits im August kolportiert und hat sich inzwischen offenbar bestätigt. Frau und Kinder wurden von Nachbarn als "gut integriert" geschildert.

Die vier im Haushalt lebenden minderjährigen Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren fanden bei engen Verwandten Aufnahme.

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