Crailsheim Minister Lucha stellt sich hinter das Crailsheimer Krankenhaus

Crailsheim / Andreas Harthan 15.11.2018

Dem Besuch von Manfred Lucha gestern in Crailsheim sah mancher Kreisrat aus der Stadt mit gemischten Gefühlen entgegen, denn dem Sozialminister eilt der Ruf voraus, kein Freund kleiner Krankenhäuser zu sein. Und da zuckte der eine oder andere denn auch zusammen, als der gelernte Krankenpfleger, der seit zwei Jahren Sozialminister ist, davon sprach, dass Parallelstrukturen im Land abgebaut werden müssten. Doch diese Aussage, fügt er zugleich hinzu, beziehe sich weniger auf den ländlichen Raum und mehr auf Ballungszentren und Großstädte.

Und wenn, wie in Crailsheim, ein Krankenhaus allein auf weiter Flur sei und zudem ganz offensichtlich einen guten Ruf genieße, dann sei das ein Segen für die Region. Der Minister sagte wörtlich: „Crailsheim wird eine gute Zukunft haben.“ Und als er hinzufügte, dass die Erweiterung des Kreisklinikums ins Krankenhausprogramm des Landes aufgenommen wird, atmeten viele der Zuhörer erleichtert auf.

Seit gestern ist es also amtlich: Auch der Anbau an den Neubau wird vom Land bezuschusst. Für besonders gute Laune bei Kreisverwaltung und Kreisräten sorgte Lucha, als er davon sprach, dass sein Ministerium das Ziel verfolge, das Vorhaben „höchstmöglich zu fördern“. Was das genau heißt, blieb gestern offen. Das müsse nun zwischen Landkreis und Ministerium besprochen werden, so der Gast aus Stuttgart. Die Förderzusage des Ministers bezieht sich im Übrigen auch auf das Diakonie-Krankenhaus in Schwäbisch Hall, sodass auch dort weitergebaut werden kann. Bevor in Crailsheim wieder die Bauarbeiter anrücken, muss der Kreistag noch den Baubeschluss für den Anbau in Crailsheim treffen. Doch nach den Zusagen des Ministers von gestern gilt die Zustimmung des Kreisparlaments als sicher.

Landrat Gerhard Bauer und Klinikum-Geschäftsführer Werner Schmidt führten gestern den Minister durch das neue Klinikum, aber auch durch den Altbau, wo ja immer noch Frauenklinik und Geriatrie untergebracht sind. Lucha zeigt sich im Neubau beeindruckt von dessen kompakter Bauweise, die kurze Wege ermöglicht, und war sich im Altbau mit Bauer und Schmidt schnell einig, dass die räumliche Enge dort die Arbeit sehr beeinträchtigt. Umso mehr freute er sich über das Engagement des Pflegepersonals. Das habe er, sagte er im HT-Gespräch, schnell gespürt, dass ein gutes Klima herrsche. Eine Patientin, mit der er ein kurzes Gespräch führte, bestätigte ihm das.

Zentrale Funktion

Der Minister bestätigte dem Kreisklinikum in Crailsheim ausdrücklich, dass es eine „Zentralfunktion“ erfüllt. Es möge schon sein, dass es, bezogen auf die Bettenzahl, zu den kleineren Krankenhäusern im Land zählt, aber hinsichtlich seiner Bedeutung für eine ganze Region gehöre es zu den großen.

Auch deshalb benötigt das Haus ein zweites Herzkatheterlabor, erläuterte Professor Dr. Alexander Bauer, der Chefarzt der Kardiologie. Der Antrag auf Förderung ist dem Ministerium vor ein paar Tagen zugegangen, ergänzte Geschäftsführer Schmidt.

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