"Unsere Lage ist furchtbar", sagt Andreas Kimmig, Milcherzeuger aus dem Schwarzwald, "manche kriegen nicht mal 30 Cent, und die Kosten gehen immer mehr rauf." Nötig wären mindestens 40 Cent. Um den Betrieb mit rund 40 Kühen halten zu können, muss er nebenbei arbeiten. Zwar sei der Milchpreis nicht auf dem Niedrigniveau von 2009, viele Milchbauern könnten sich dennoch nicht über Wasser halten.

2015 sollen laut neuen EU-Bestimmungen die Mengenbegrenzungen fallen. Jeder darf dann unbegrenzt Milch produzieren. "Das bedeutet, dass man noch mehr aus den Tieren herausholen muss", sagt Daniel Kießecker, Milchbauer aus Blaufelden. Auch Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, diskutierte mit und meinte, die Europäische Agrarpolitik müsse ökologischer und gerechter werden. "Wir brauchen dringend Mechanismen, um Preisstürze zu verhindern", wandte sich der Minister direkt an die Milchbauern.

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, will der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) nicht mehr alleine agieren. Der Naturschutzbund und der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft diskutierten im Klosterhof mit. Zwischen drei und vier Euro pro Stunde, so hoch sei der Stundenlohn in einem Familienbetrieb, erklärt Daniel Kießecker mit Blick auf seinen Hof mit rund 60 Milchkühen. Ohne Hilfe von der Familie gehe es nicht. 3000 Stunden im Jahr verbringe er bei seinen Tieren. Große Erwartungen hat er an die Politik: "Bondes Worte haben mich überzeugt, daran wird er jetzt gemessen."