Michelfeld Michelfelder Wehr: Bei der Feuerwehr gehts eng zu

Kommandant Christoph Knirsch (links) und seine Kameraden zeigen Bürgermeister Wolfgang Binnig (rechts), wie knapp der Raum der Feuerwehr ist. Foto: Oliver Färber
Kommandant Christoph Knirsch (links) und seine Kameraden zeigen Bürgermeister Wolfgang Binnig (rechts), wie knapp der Raum der Feuerwehr ist. Foto: Oliver Färber
Michelfeld / OLIVER FÄRBER 04.11.2014
Rund 2,19 Millionen Euro soll das neue Feuerwehrmagazin in Michelfeld kosten. Beim Besuch im Magazin wird deutlich, warum die Gemeinde so viel investieren soll: Die Räume sind proppenvoll.

Feuerwehrkommandant Christoph Knirsch und Bürgermeister Wolfgang Binnig setzen auf Transparenz. Denn nicht jeder Michelfelder weiß, mit welcher räumlichen Situation die Mannschaft derzeit klarkommen muss - obwohl sie ehrenamtlich rund um die Uhr für Sicherheit sorgt. Viele haben aber wahrscheinlich schon die roten Tore unterhalb des Saals vom Rathaus bemerkt, hinter denen die Einsatzfahrzeuge stehen. "Da wird es schon eng", erklärt Knirsch und öffnet die Türe des großen Löschgruppenfahrzeugs. Ist diese geöffnet, bleibt wenig Abstand zu den Schränken, in denen die Einsatzkleidung aufbewahrt wird. In der etwas größeren Garage müssen sich die Feuerwehrleute direkt neben den Fahrzeugen auch umziehen - schließlich kommen sie meist von der Arbeit oder von zu Hause, wenn sie für einen Einsatz gerufen werden. Für diesen müssen sie Schutzkleidung tragen. Wegen der Platznot reicht es nicht einmal jedem Mannschaftsmitglied für einen Spind. "Und die Jugendfeuerwehr muss ihre Sachen sowieso mit nach Hause nehmen", berichtet der Kommandant.

Für Kommandant Knirsch ist das ein wichtiger Punkt: Denn die Jugendfeuerwehr sei maßgeblich für die Zukunft dieses ehrenamtlichen Hilfssystem. Bleibt der Nachwuchs aus, könnten womöglich eines Tages die Michelfelder nicht mehr so sicher schlafen wie jetzt. "Die Jugendwehr hat derzeit einen Aufnahmestopp", sagt Binnig. Unter anderem lasse die räumliche Situation keine größere Jugendgruppe zu.

Auch die Mannschaft kann nach Einsatz oder Übung nicht zusammensitzen oder im eigenen Domizil theoretische Fortbildungen veranstalten. Im kleinen Zimmer ganz am Ende des Kellergewölbes stehen zwei Tische. Der Raum hat auch schon unter Wassereinbruch gelitten - am Boden, der notdürftig wieder hergerichtet wurde, ist dies schnell zu erkennen.

Die anderen Räume unter dem Rathaus sind proppenvoll. "Wir brauchen ja auch Lagerfläche", macht Knirsch deutlich. Ölbinder, Ladestationen für Funkgeräte, Akten, zusätzliche Gerätschaften - alles muss untergebracht sein.

"Deshalb ist allen klar, dass etwas passieren muss", sagt der Bürgermeister ernst. Dass der Gemeinderat hinter der Wehr und damit der Sicherheit der Michelfelder steht, ist wieder in der jüngsten Sitzung sehr deutlich geworden: Da das Land statt der beantragten 850.000 Euro nur 200.000 Euro aus dem Ausgleichsstock als Zuschuss genehmigt hat, war sich das Gremium völlig einig, die Finanzierungslücke aus eigener Tasche zu schließen.

Neues Magazin

Standort Auf einem 4700 Quadratmeter großen Gelände direkt an der B14 am Ortseingang von der Roten Steige her kommend soll das neue Magazin der freiwilligen Feuerwehr entstehen. Das Gelände gehört bereits der Gemeinde. Der Bau soll rund 2,19 Millionen Euro kosten. 275.000 Euro kommen als Fachförderung aus Stuttgart, weitere 200.000 Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes. Geplant ist, im März 2015 mit dem Bau zu beginnen und zum Sommerende 2016 einzuziehen.

FÄR

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