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Crailsheim
Langenburg / Oliver Färber  Uhr
Die Stadt Langenburg hat nach dem Unwetterunglück vom 29. Mai 2016 viel Geld in die Geröllfänge bei Bächlingen gesteckt. Am Ziegelbach wird weiter gearbeitet.

Auch die Bächlinger erinnern sich mit Schrecken an den Abend des 29. Mai 2016. Der kleine Ziegelbach brachte Geröll und Wassermassen in den kleinen Ort, die sogar einen Kleinwagen in das Bett des ansonsten friedlich zwischen den Häusern hindurchplätschernden Gewässers spülten. Seitdem hat sich viel getan,
wie Langenburgs Bürgermeister Wolfgang Class, Vertreter des Ingenieurbüros CDM Smith aus Crailsheim und der derzeitig an der Landesstraße tätigen Bau­firma Ebert bei einer Begehung jüngst bemerkten.

Die ersten Maßnahmen gab’s direkt nach dem Unglück im Juni 2016. Rund 120 000 Euro wurden investiert.

Unwetterschutz Geröllfänge bei Bächlingen

„Das war damals zur ersten Schadensabwehr“, so Matthias Schelbert, Diplom-Ingenieur und Niederlassungsleiter der Büros CDM Smith, das die Stadt Langenburg mit den Planungen für den Schutz gegen Starkregen­ereignisse beauftragt hat. Nach diesen ersten Maßnahmen wurde ein Geologe eingeschaltet, um gemeinsam das weitere Vorgehen abzustimmen. „Solche großen Bauwerke zum Geröllfang, die kennt man eher aus dem Hochgebirge“, nennt er den Grund, warum die Crailsheimer sich zunächst auch Hilfe von ihren Kollegen aus München geholt haben. Das Regierungspräsidium habe zudem ein erfahrenes Schweizer Büro für die Berechnungen eingesetzt.

„Was wir jetzt gemacht haben und machen, ist für ein Jahrhunderthochwasser plus einen Klimazuschlag von 15 bis 20 Prozent ausgelegt“, stellt der Ingenieur klar. Gegen jede Art von Unwetterunglück könne man sich allerdings nicht schützen. Das Problem 2016 sei vor allem aber auch das Geröll gewesen, das vom Wasser mitgeschwemmt wurde. „Wenn das die normalen Wege verstopft, sucht sich das Wasser eben seinen eigenen Weg“, so Schelbert. Deshalb habe man vor allem etwas dagegen getan und wird dies weiter tun. Dafür wurde und wird von Langenburg viel Geld investiert. „Für die Sicherheit der Bevölkerung in Bächlingen“, erklärt Bürgermeister Class.

Vieles davon ist nicht so einfach sichtbar, auch wenn die Maßnahmen ganz in der Nähe der Landesstraße realisiert wurden, die von der Jagst hinauf nach Langenburg führt. Alleine hätte die Stadt sich die aufwendigen Bauwerke nicht leisten können. „83 Prozent kamen aus Landeszuschüssen“, sagt der Schultes – inklusive Geldern aus dem Ausgleichsstock. Er lobt die Arbeit von CDM Smith und der aktuell am Projekt arbeitenden Baufirma Ebert.

Wo diese derzeit am Ziegelbachbett werkelt, ist deutlich von der Landesstraße aus unterhalb des Turms des Mawell Resorts zu sehen. Der fast 30 Tonnen schwere Bagger dröhnt, seine Ketten hängen teilweise in der Luft, so schwer muss die Schaufel arbeiten. Etwas tiefer Richtung Bächlingen steht bereits eine große Betonmauer, die nur Wasser, aber kein Geröll mehr durchlassen soll. Es ist jedoch noch einiges zu tun.

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Millionen Euro hat die Stadt Langenburg inklusive Landeszuschüssen seit Juni 2016 in Geröllfänge und andere Sicherungsmaßnahmen gegen Starkregen investiert.