Die Verkehrsbelastung auf den Straßen in der Stadt ist der SPD-Gemeinderatsfraktion schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt will sie handeln. Vorsitzender Gernot Mitsch hat in seiner Haushaltsrede eine „grundlegende Analyse“ beantragt. Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, wie der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) so verbessert werden kann, dass eine Reduzierung des Individualverkehrs möglich ist. Mitsch betrachtet die Mobilität ganz grundsätzlich, weil sie in letzter Konsequenz eine soziale Frage ist. Der Stadtrat wörtlich: „Mit einer schlechten Mobilitätsstruktur schließen wir einen Teil der Bevölkerung, nicht zuletzt auch Senioren, von der Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben aus.“

„Übergeordnete Rolle“

Wie die Haushaltsreden der anderen Fraktionen in der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigen, sind die Sozialdemokraten mit ihrem Anliegen nicht alleine. Auch AWV-Fraktionsvorsitzender Sebastian Klunker sprach die Verkehrsverdichtung in Crailsheim an und warnte vor Nadelöhren. Bei der Verbesserung der Situation spielt für ihn der Ausbau des ÖPNV eine „übergeordnete Rolle“. Was die Straßen angeht, machen ihm die Kreuzungen Goethestraße/Alter Postweg und Haller Straße/Bahnhofstraße Sorgen – zumal deren Belastung durch neue Baugebiete steigen werde. „Wir erwarten von unseren Stadtplanern rechtzeitig gute Ideen, wie das entzerrt werden kann“, unterstrich Klunker.

Mehr Geld für Straßen

Auch in der Haushaltsrede der Grünen taucht der ÖPNV auf. Die Fraktion sieht bei diesem Thema „Luft nach oben“, betonte Vorsitzender Markus Schmidt. Er forderte die Stadtverwaltung auf, „geeignete Vorschläge für eine Optimierung des Stadtbusverkehrs vorzulegen“. Konkret denken die Grünen an einen Shuttlebus an Samstagen zwischen Roßfeld und Innenstadt und an eine bessere Anbindung des Freibades. Die Fraktion will 50.000 Euro für ÖPNV-Optimierungen im Etat eingestellt sehen. Peter Gansky von der Bürgerliste macht sich für eine bessere Anbindung der Stadtteile stark und empfiehlt die Einführung eines Bürgerbusses. Auch für die CDU, die größte Fraktion im Stadtparlament, ist der Verkehr ein Thema. Sie fordert, dass mehr Geld für den Erhalt von Straßen ausgegeben wird, und schlägt vor, in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 500.000 Euro mehr als geplant (jeweils zwei Millionen Euro) in den Doppeletat einzustellen. Die CDU warnt vor einem sich ständig vergrößernden Substanz- und Wertverlust, wenn für Instandsetzung nicht genügend Mittel bereitgestellt werden.

Apropos Geld: Davon braucht die Stadt auch jede Menge für die Sanierung und Erweiterung von Schulen. Während das Projekt Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) läuft, hakt’s bei der Leonhard-Sachs-Schule (LSS). Die AWV „tut sich schwer“ mit den Verzögerungen, so Fraktionssprecher Klunker. Er forderte, dass die Angelegenheit mit „höchster Priorität“ bearbeitet wird. Auch der SPD-Fraktion ist es nicht wohl, wenn sie an die LSS denkt. Auch sie drängt auf ein „zeitnahes Ergebnis“ (Mitsch) der schulorganisatorischen Untersuchung.

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Der Doppeletat für 2019/20 wird vom Gemeinderat im Januar 2019 verabschiedet.