Crailsheim Ausstellung: mehr als nur Malen

Schülerguides führten an der Vernissage durch die Ausstellung. Wer jetzt geht, muss alleine gucken. Aber es lohnt sich.
Schülerguides führten an der Vernissage durch die Ausstellung. Wer jetzt geht, muss alleine gucken. Aber es lohnt sich. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 29.06.2018
80 Bilder und Skulpturen von Schülern der Realschule am Karlsberg bringen Farbe ins Arbeitsgericht Crailsheim. Dort läuft derzeit die Ausstellung „RaK-Art“.

Zur Eröffnung der Ausstellung ließ es sich die Realschule am Karlsberg nicht nehmen, alles aufzufahren, was im Schulalltag in den Bereichen Kunst, Musik und Theater mit den Schülern erarbeitet wird. Den Einstand machten Bläserklasse, Band und Improtheatergruppe, die mit einem kleinen verbalen Flashmob überraschte.

„Kunst zu wecken, ist der Schatz, den wir haben“, betonte Schulleiter Ulrich Kern in seinem Grußwort, in dem er die älteste und größte Realschule im Landkreis vorstellte und dazu das Bild eines Baumes bemühte, zu dessen Ästen auch Musik und Kunst gehören. „Ich bin sehr dankbar, Kolleginnen zu haben, die unseren Kindern den Zugang zu Kunst, Ideen, Fantasie und Ausdruck nahebringen“, lobte er die beiden Lehrerinnen, die mit den Klassen fünf bis zehn die Ausstellung erarbeitet hatten.

Tatsächlich sind sämtliche ausgestellten Werke innerhalb eines Schuljahres entstanden und entsprechend stolz zeigten sich die Kunstlehrerinnen auf die Arbeiten ihrer Schüler. „Wir haben versucht, von den herkömmlichen Schulkunst-Vorbildern wegzukommen, und wollten uns aktuellere Künstler erarbeiten. Die Werke sind deshalb etwas experimenteller“, erklärt Lehrerin Laura Tröster.

Zu sehen sind übrigens nicht nur die „Einser“. „Wir haben jeweils die Bilder ausgesucht, die am kreativsten sind in Ausdruck und Bildsprache“, sagt Tröster. So variieren die Bilder von Porträtzeichnungen über kubistische Variationen bis hin zu Pixelbildern aus Kronkorken und Knöpfen. Auch Fotografien und Handlettering sind in der Ausstellung zu finden.

„Die Werke der Schüler bringen Farbe ins Arbeitsgericht und bereichern unseren Tag. Die Kunst tut uns und unserer Arbeit jeden Tag gut“, lobte die Initiatorin der Ausstellung, Gerichtsamtfrau Anita Hohnheiser-Mack. Auch der Leiter des Arbeitsgerichts, Dr. Carsten Witt, bestätigte diese Erfahrung. „Hier kommen Leute her, die einen Rechtsstreit haben. Sie warten hier, sind aufgeregt und haben dann die Möglichkeit, sich etwas anzuschauen, das entspannt und beruhigt.“

Schüler erklären Entstehung

„Die Kunst erfüllt hier einen echten Zweck und hilft Menschen in einer Spannungssituation. Das ist eine tolle Leistung“, so Witt. Im Anschluss an den offiziellen Teil führten Schüler durch die Ausstellung, erklärten die Entstehung der Werke, gaben Auskunft zu den Vorbildern und standen für Fragen zur Verfügung.

Wie bereits die Ausstellung des Lise-Meitner-Gymnasiums, die vorher in den Räumen des Arbeitsgerichtes zu sehen war, wird auch die „RaK-Art“ für drei Jahre die Räume schmücken. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Arbeitsgerichtes besucht werden. Zwar werden dann keine Schüler zur Verfügung stehen können, da diese im Unterricht sitzen, doch die Bilder sprechen für sich.

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