Begräbnis Mehr als 800 Menschen verabschieden sich von Werner Schmidt-Weiss

ANDREAS HARTHAN 24.11.2014
Als einen unkonventionellen, einen ganz besonderen Menschen würdigte Pfarrer Rainer Köpf im Trauergottesdienst den vor einer Woche gestorbenen Crailsheimer Unternehmer Werner Schmidt-Weiss.

Keine Frage, Werner Schmidt-Weiss war ein vermögender Mann. Was ihm aber viel, viel wichtiger war, war sein Reichtum jenseits des Geldes, ein Reichtum, den er so definierte: "Ich bin reich, denn ich habe Freunde." Wie reich der Unternehmer und Kommunalpolitiker war, zeigte sich am Samstag, als mehr als 800 Menschen in einem Trauergottesdienst in der Johanneskirche Abschied von ihm nahmen.

Der frühere Satteldorfer Pfarrer Rainer Köpf ließ das Leben des gebürtigen Stuttgarters, der in Göppingen aufwuchs und seinen Lebensmittelpunkt in Crailsheim fand, Revue passieren und sprachen allen in der Kirche aus dem Herzen, als er Schmidt-Weiss als einen Menschenfreund bezeichnete, als einen, der die Gaben, die ihm von Gott geschenkt worden sind, zum Segen für viele Menschen eingesetzt hat.

Persönlicher Kontakt war ihm wichtig

Die soziale Verantwortung, die der erfolgreiche Bauunternehmer Zeit seines Lebens nicht nur gespürt, sondern auch wahrgenommen hat, würdigten auch Landrat Gerhard Bauer, der Satteldorfer Bürgermeister Kurt Wackler, der für alle 30 Bürgermeister im Landkreis sprach, und Volker Krauß, der Vorsitzende der Weiss-Geschäftsführung. Bauer sprach vom "fürsorglichen Arbeitgeber", der sich stets in der Verantwortung für sichere Arbeitsplätze im Unternehmen sah. Schmidt-Weiss habe immer betont, dass das eigentliche Kapital der Firma die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, ergänzte Wackler. Der persönliche Kontakt zu jedem Einzelnen sei ihm wichtig gewesen. Krauß hob hervor, wie gerne Schmidt-Weiss die Belegschaft als Weissianer und große Familie bezeichnet hat.

Nicht nach Südafrika ausgewandert

Dass der Mann, der die entscheidenden Weichen dafür gestellt hat, dass die von seinem Großvater Leonhard Weiss gegründete Firma heute rund 4000 Menschen beschäftigt, nicht unbedingt "Bauigel" werden wollte, berichtete Pfarrer Köpf. Werner Schmidt-Weiss wollte eigentlich Medizin studieren, doch dann wurde er doch Bauingenieur. Als er mit seiner Frau Brigitte nach Südafrika auswandern wollte, erreichte ihn nochmals der Ruf der Familie. Sein Vater, der die Weiss-Niederlassung in Crailsheim gegründet hatte, bat ihn, den Betrieb zu übernehmen. Werner Schmidt-Weiss stellte seine Gaben in den Dienst der Familie und des Unternehmens und wanderte nicht nach Südafrika aus, sondern ging nach Crailsheim. Von dieser Entscheidung profitiert bis heute eine ganze Region, waren sich alle Redner einig.

Schon am Donnerstag gedachte der Crailsheimer Gemeinderat, dessen Mitglied Schmidt-Weiss neun Jahre lang war, dem Verstorbenen. Oberbürgermeister Rudolf Michl bezeichnete ihn als "Vorbild" und erinnerte an die Stiftungen des Unternehmers in der Stadt: der Brunnen auf dem Sauerbrunnen, die Orgel in der Kapelle auf dem Hauptfriedhof, eine Stele für den Reformationsweg in der Innenstadt.

Nachruf: Werner Schmidt-Weiss wurde 77 Jahre alt