Rund 120 Anhänger des VfB Stuttgart haben sich am Samstagabend am Bahnhof in Crailsheim mit rund 50 Fans des Halleschen FC eine Schlägerei geliefert, es gab mehrere Verletzt . Mittlerweile ist bekannt, dass die Gruppen eigentlich gar nicht am Crailsheimer Bahnhof aufeinandertreffen hätten sollen.

„Die Reisewegsüberschneidung war eher unvorhergesehen“, sagte Stefan Mauss, Pressesprecher der Bundespolizei in Stuttgart, dieser Zeitung. Soll heißen: Eigentlich hätten sich die Hallenser und Stuttgarter gar nicht auf dem Crailsheimer Bahnhof begegnen sollen. Allerdings, so Mauss, laufe die Rückfahrt von Fußballfans nicht immer nach Plan ab. Die Halle-Fans waren in Crailsheim um 17.30 Uhr eingetroffen, eine Viertelstunde später kam der Regionalexpress mit den VfB-Fans an. Ob die beiden Gruppen über das Kreuzen ihrer ­Rückwege im Vorfeld Bescheid wussten, ist nicht bekannt.

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Szenekundige Beamte wollten den Halt in Crailsheim entfallen lassen

Im Regionalexpress von Nürnberg nach Stuttgart, mit dem die Fans des VfB reisten, saßen szenekundige Beamte in Zivil. Sie standen in ständigem Kontakt mit dem Zugführer. Szenekundige Beamte sind Polizisten, die als Bindeglied zwischen Fans und Polizei fungieren. Sie sind den Fans bekannt, die Stuttgart-Anhänger wussten also, dass sie begleitet wurden.

Als die szenekundigen Beamten im Zug mit den Stuttgart-Fans vom möglichen Aufeinandertreffen mit den Halle-Anhängern erfuhren, beschlossen sie, den planmäßigen Halt in Crailsheim entfallen zu lassen.

Da ein bislang Unbekannter die Notbremse bei der Einfahrt in den Crailsheimer Bahnhof betätigte, kam der Zug trotzdem zum Stehen. Das ist der aktuelle Erkenntnisstand der Polizei. Dieser Umstand erklärt auch, wieso der Zug nicht wie gewöhnlich auf Höhe des Bahnhofsgebäudes, sondern erst einige Meter danach stoppte.

Was im Stadion passiert, hat Konsequenzen für die Vereine

Schlägereien zwischen Fußballfans außerhalb der Stadien und Fußballplätze sind in der Region nichts Neues. Erst vergangenes Jahr gingen am Crailsheimer Bahnhof Anhänger des VfR Aalen auf friedliche Fans des 1. FC Nürnberg und SV Werder Bremen los. Finanzielle oder sonstige Konsequenzen für die Fußballvereine gibt es in der Regel aber lediglich bei den Spielen selbst - und dies zuweilen auch, wenn sich die eigenen Fans nichts zuschulden haben kommen lassen. Jüngstes Beispiel ist der SSV Reutlingen, der demnächst ein Geisterspiel (ohne Zuschauer) bestreiten muss - da Fans der Stuttgarter Kickers bei einem vergangenen Heimspiel in Reutlingen bengalische Feuer abgebrannt und ihren Gästeblock mit Rauchbomben eingehüllt hatten.