Crailsheim Massen strömen zur Crailsheimer Foodtruck-Premiere am verkaufsoffenen Sonntag

Crailsheim / UTE SCHÄFER 26.10.2015
Als Andreas Manthey Foodtrucks kennenlernte, war ihm sofort klar: "Die möchte ich in Crailsheim haben." Zum verkaufsoffenen Sonntag kamen die fahrenden Restaurants nun tatsächlich in die Stadt.

"Dafür, dass offiziell erst in einer halben Stunde eröffnet wird, läuft es gut", sagte Andreas Manthey von der Crailsheimer Werbegemeinschaft, als er am Sonntag am späten Vormittag an der Drehscheibe stand - denn die Leute strömten da schon in Scharen. Vor den Foodtrucks bildeten sich erste Schlangen. Mit anderen Worten: Die fahrenden Restaurants liegen im Trend, auch in Crailsheim.

Die Idee stammt aus Amerika. Dort werden oft große Verpflegungswagen der Armee verwendet. In Crailsheim waren es umgebaute Kleinlaster, Autoanhänger in Form von großen Dosen ("Würstchen aus der Dose"), aber auch Chevrolets und als Höhepunkt ein umgebauter amerikanischer Schulbus. Unter der Woche fahren die Trucks Firmen und Industriegebiete an. An Wochenenden machen sie Station bei Events wie dem verkaufsoffenen Sonntag in Crailsheim.

Marktplatz statt Wilhelmstraße

"Die Wagen sind um 9 Uhr angerollt", berichtete Manthey. "Und dann mussten wir schnell noch mal komplett umplanen." Denn eigentlich hätten die Laster die Wilhelmstraße entlang parken sollen. "Aber sie kommen mit der Steigung nicht klar." Wer hätte es geahnt - auf schiefer Ebene lassen sich keine Spätzle schaben, die Würstchen auf dem Rost rollen in eine Ecke, und das Fett läuft aus der Langos-Fritteuse.

20 verschiedene Foodtrucks waren gekommen und parkten jetzt auf dem Marktplatz und der Karlstraße zwischen TC und Leiberich. Gekocht wurde - meist frisch - von Kartoffelstampf über Kässpätzle und Toast mit Birne-Blauschimmel bis zum Donut "Lemon Twist" oder dem Hotdog "Asia Style" so ziemlich alles, was das Herz und der Magen begehrten.

"Foodtrucks sind in Deutschland erst seit gut einem Jahr ein Thema", sagte Alexander Koppitsch, der "Blunch" servierte, "eine Mischung aus Blätterteig und Crunch. Sie sind lecker. Mehr ist dazu nicht zu sagen." Und mehr konnte er auch nicht sagen, denn mittlerweile waren die Schlangen vor den Wagen wirklich ellenlang.

Gegenüber dampfte es bei "Küchendampf". Zwei Köche verkauften hier Kässpätzle. "Alles ist selbst gemacht", sagte Martin Teuer. Er kam wie viele andere auch aus der Gegend um Nürnberg, einem deutschen Foodtruck-Zentrum. Aber haben die Franken überhaupt die Lizenz zum Spätzleschaben? "Na klar", sagte Teuer. "Der Meister meines Meisters war Schwabe. Ich musste schon am ersten Tag meiner Ausbildung Spätzle schaben."

Und sein Kollege Alex Klein zeigte, wie's geht - so schnell, dass man das Messer auf dem Schabbrett kaum sehen konnte. "Wir sind seit Mai letzten Jahres unterwegs", sagte Teuer. 120 Stundenkilometer schafft ihr Wagen, der Begriff Fast Food bekommt da eine ganz neue Bedeutung.

Mittlerweile füllte sich die Innenstadt. Die Schlangen wurden lang und länger. Wer nicht warten mochte, bummelte über den Behördenflohmarkt, zur Hüpfburg auf dem Marktplatz und natürlich in die Geschäfte. "Fünf Stunden dürfen wir am Sonntag öffnen", sagte Manthey. "So lautet das Gesetz."

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel