Crailsheim Markt mit mächtigen Maschinen

WOLFGANG RUPP 16.02.2013
Ob dieser Größe staunt selbst der große Bauer: Die Sitzhöhe beträgt fast drei Meter, unter der Haube stecken 319 PS, er ist mit GPS und automatischer Lenkung ausgestattet - und in Blaufelden zu bestaunen.

Der John Deere 7280 R steht in der Markthalle, wo die Firmen Zürn (Westernhausen), Flurer (Wallhausen) und Wirsching (Spielbach) bei den landwirtschaftlichen Markttagen des Maschinenrings Blaufelden einen Gemeinschaftsstand haben. Ist dieser ob seiner Größe zutiefst beeindruckende und fast Furcht einflößende Schlepper nur ein Schauobjekt, das halt eben mal die Besucher anlocken soll? Ist es nicht, wie Wolfgang Flurer glaubhaft versichert, wird das hochmoderne, schwergewichtige und leistungsfähige und rund 200 000 Euro teure Arbeitsgerät doch bereits auf einem Betrieb im Raum Schrozberg eingesetzt.

Doch es gibt nicht nur große, sondern auch kleine Maschinen wie den Rasenschlepper LR 135 mit bescheidenen 13,5 PS. Erstmals findet diese Veranstaltung nicht nur in der Markthalle und auf dem Freigelände statt, sondern wurde auf die neue Mehrzweckhalle ausgedehnt. Die positive Folge: "Wir haben jetzt mehr als 50 Aussteller", freut sich Lothar Mühlenstedt über den deutlichen Zuwachs. Er ist Vorsitzender des 900 Mitglieder zählenden und damit größten Maschinenrings im Landkreis (vor Schwäbisch Hall und Crailsheim). Der Kreis der Aussteller wurde unter anderem um Versicherungen erweitert.

Während an den Ständen in der neuen Halle informiert, beraten und eine Pause eingelegt wird, nehmen die Besucher draußen Geräte, Maschinen und Schlepper unter die Lupe. Die Preise stehen in einem Ausstellungskatalog, der sich inzwischen zu einem wahren Bestseller entwickelt hat. Hier sind nämlich nicht nur die ausgestellten Gebrauchtmaschinen aufgeführt, sondern auch mehrere Hundert, die vom Hof abgeholt werden können. Nach den beiden Markttagen werden sie auch ins Internet gestellt "und das mit sehr großem Erfolg", wie Vorsitzender Mühlenstedt aus der Vergangenheit weiß.

Mit moderner Technik kennt sich auch der elfjährige Alexander Mack aus Rot am See bestens aus. Er ist mit seinem Opa Gerhard unterwegs, trägt den Ausstellungskatalog bei sich und hat den Deutz Agrostar im Blick. Der gefällt ihm am besten. Er fühlt sich mit der Landwirtschaft eng verbunden, kennt sich im Umgang mit Schleppern, Pflug und Egge oder mit dem Mähdrescher bestens aus, weiß über Kühe, Schafe und Hühner Bescheid - bisher allerdings nur im Spiel am Computer. Aber vielleicht wird er eines Tages ein richtiger Landwirt, so wie Arnold Reichel aus Heiligenbronn. Er betreibt einen großen Hof mit Zuchtsauen, Ferkeln, Mastschweinen und Ackerbau - und er ist gerne Bauer, wie er betont. Und was führt den Vater von zwei Kindern zu den Markttagen? Vor allem die Information, der Kontakt, das Gespräch und die Begegnung mit den Ausstellern sowie mit Berufskollegen. Diese trifft man immer wieder in kleinen Gruppen zusammenstehend oder -sitzend an. Freilich unterhält man sich in erster Linie über die Landwirtschaft, doch werden an diesen beiden Tagen auch manche Neuigkeiten ausgetauscht oder dem Ärger Luft gemacht, wie beispielsweise über eine Anfang dieser Woche ausgestrahlte Fernsehsendung, "in der wieder einmal unser ganzer Berufsstand an den Pranger gestellt wurde", kritisiert ein Besucher "den völlig einseitigen" Beitrag über einen Schweinehalter.

Info Die landwirtschaftlichen Markttage in Blaufelden werden heute von 9 bis 17 Uhr fortgesetzt